Raps

Rapsbeizen: Haben Sie den Überblick?

Es gibt kaum noch insektizide und fungizide Rapsbeizen am Markt. Oft werden diese durch fehlende Zulassungen im Ausland angebeizt. Eine Übersicht.

Das Angebot der Rapsbeizen ist in den letzten Jahren unübersichtlich geworden: Weniger Beizen und noch weniger mit einer deutschen Zulassung. So nimmt Rapssaatgut häufig den Umweg über andere EU-Mitgliedstaaten. Denn eine Beize darf nur in dem Land ans Korn gebracht werden, wo sie zugelassen ist (EU-VO Nr. 1107/2009, Art. 49). Ist z.B. das Fungizid in Österreich zugelassen, das Insektizid aber nur in Polen, reist das Saatgut von Deutschland über die beiden Länder wieder zurück nach Deutschland. Das spiegelt sich auch im Preis wider – und in der Verfügbarkeit.

Neues für die Rapsaussaat 2021

Die insektizide Beize Lumiposa (Wirkstoff: Cyantraniliprole) ist jetzt in Deutschland zugelassen. Sie wirkt auf die Kleine Kohlfliege, besonders bei starkem Druck ist der Befall reduziert und die Pflanzenausfälle geringer. Auf Rapserdfloh wird dagegen kaum eine direkte Wirkung festgestellt, doch mit gesünderen Wurzeln können sich Rapspflanzen besser entwickeln und sind widerstandsfähiger.

Das Insektizid Buteo Start (Flupyradifurone) ist in Litauen, Lettland und bedingt in Polen zugelassen, es zeigt eine gewisse Wirkung gegen den frühen Zuflug des Rapserdflohs. Auch hier gilt: Die Wirkung nimmt mit dem Wachstum der Pflanzen ab (Verdünnungseffekt) und ist zudem abhängig von der Zuflugsstärke der Schädlinge. Wird z.B. in unmittelbarer Nachbarschaft eine Altrapsfläche für die Neuaussaat von Getreide bearbeitet, suchen plötzlich mehrere Hundert Rapserdflöhe ein neues Zuhause –...