Österreich

Soja: 3 500 kg/ha sind keine Zauberei Premium

Für einen erfolgreichen Anbau gibt es viele Stellschrauben. Was Sie angefangen vom geeigneten Standort, über das richtige Impfen bis zur Ernte wissen müssen, erfahren Sie von Martin Bäck, Referent Arbeitskreis Ackerbau der Landwirtschaftskammer Oberösterreich in Linz. Der Artikel stammt aus der top agrar Österreich 3/2019 und beleuchtet die dortigen Bedingungen.

Längst vorbei sind die Zeiten, in denen der Anbau von Sojabohnen nur für Schweineproduzenten interessant war. Mit rund 67 000 ha sind Sojabohnen heute an vierter Stelle der am häufigsten angebauten Ackerkulturen in Österreich. Initiativen, beispielsweise von Donausoja, die europaweite Selbstversorgung bei Eiweiß zu fördern, haben selbiges forciert.

Ein Selbstläufer ist der Anbau von Soja für den Landwirt aber sicher nicht. Zwar sind nur wenige Überfahrten bei der Kultivierung notwendig. Da die Direktkosten im Vergleich zu anderen Kulturen gering sind, ist für gute Deckungsbeiträge insbesondere ein guter Ertrag wichtig.

Egal ob Neueinsteiger oder langjähriger Sojaproduzent: Nur wer an den richtigen Stellschrauben dreht, kann das Ertragspotenzial auch wirklich ausschöpfen. Wir geben Ihnen im Folgenden einen Überblick über die wichtigsten Aspekte in der Kulturführung.

Beachten Sie die Fruchtfolge!

Wer langfristig Erfolg mit Sojabohnen gewährleisten will, sollte zunächst einmal die Fruchtfolge beachten. Grundsätzlich sind Sojabohnen selbstverträglich. Dennoch ist zumindest eine dreijährige Anbaupause empfehlenswert. Ansonsten können sich Fruchtfolgekrankheiten wie Rhizoctonia und Sklerotinia leicht ausbreiten.

Daher sollten Sie bei der Planung der Fruchtfolge auch auf andere Kulturen, die für Sklerotinia anfällig sind, achten. Dazu gehören etwa Raps und Sonnenblumen. Werden diese in der Fruchtfolge miteinander kombiniert erhöht sich das Krankheitsrisiko nicht nur insgesamt, sondern auch für die Sojabohnen.

Bestmögliche Erträge erzielen Landwirte nur auf für den Sojaanbau geeigneten Standorten. Sojabohnen bevorzugen Standorte mit einer raschen Erwärmung der Bodentemperatur, einer guten Bodenstruktur und einem pH-Wert möglichst über 6,0.

Soja mag keine Staunässe

Staunasse Flächen führen hier zu besonderen Problemen. Um die Voraussetzungen für die Stickstoffbindung durch Knöllchenbakterien zu schaffen, sollten Böden jedenfalls gut durchlüftet sein.

Ist die Wahl auf ein geeignetes Feldstück gefallen, kommt es darauf an, hier ein möglichst ebenes Saatbett zu schaffen. So kann der Mähdrescher bei der Ernte möglichst tief fahren und den Ertrag bestmöglich einfahren. Auf im Herbst gepflügten Flächen ist für ein feinkrümeliges Saatbett das Abschleppen im Frühjahr wichtig. Am besten erfolgt das Abschleppen sobald das Feld gut abgetrocknet ist. Tieferes Arbeiten kann insbesondere auf schweren Böden die Kapillarwirkung zerstören und bei Trockenheit zu einem schlechten und ungleichen Aufgang führen. Ein ...

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von Klaus Fiederling

Einige Fragen im Nachgang

Konnte man beim Ansatz der Knöllchenbakterien Unterschiede erkennen zwischen pneumatischer -Ansaug- bzw. Blasetechnik beim Einzelkornsägerät, mit äußerst geringer Fallhöhe des Saatgutes, was einen enormen Vorteil darstellt, allerdings auch geringere Mengen an Saatgutvorrat ermöglicht u. bei einer präzisen Tiefenablage langsame Fahrgeschwindigkeiten erforderlich macht- gegenüber der Drilltechnik? Hat man gerade bei letzterer wiederum untersucht, ob bei den langen Wegen des Lufttransportes ein Entmischen bzw. Abblasen des Impfstoffes erfolgt? Kommt es dabei vielleicht sogar zu Mikrorissen im Saatgut, wenn dieses gegen den Prallteller knallt? // Flexischneidwerke bei der Ernte scheinen demnach bislang in Österreich kaum Verbreitung gefunden zu haben. Welche durchaus erwartbaren Verletzungen, maßgeblich insbesondere beim Sojasaatgut, treten im gegenüberstellenden Vergleich von Schüttler- zum Rotordrescher auf? Große Arbeitsbreiten beim Mähdrescher sind oftmals auch problematisch, wenn man vorwiegend Hanglagen im eigenen Betrieb verfügt. Die wenigsten verfügen über „topfebene Flächen“, wie diese in Amerika weit verbreitet sind.

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