Syngenta sorgt sich um das Zulassungssystem

Zufrieden mit dem aktuellen Geschäft zeigte sich das Pflanzenschutz- und Saatgutunternehmen Syngenta auf den DLG-Feldtagen. „Auch wenn der Pflanzenschutzmarkt noch einmal leicht rückgängig ist, können wir unseren Marktanteil in den wichtigen Marktsegmenten gut behaupten“, sagte Geschäftsführer Dr. Manfred Hudetz.

Syngenta (Bildquelle: Logo)

Zufrieden mit dem aktuellen Geschäft zeigte sich das Pflanzenschutz- und Saatgutunternehmen Syngenta auf den DLG-Feldtagen. „Auch wenn der Pflanzenschutzmarkt noch einmal leicht rückgängig ist, können wir unseren Marktanteil in den wichtigen Marktsegmenten gut behaupten“, sagte Geschäftsführer Dr. Manfred Hudetz während eines Pressegesprächs.

Mit der neuen Herbizidkombination Boxer Cadou will Syngenta im Herbstgeschäft punkten und hier deutlich an Marktanteil zulegen. Die Kombination von Prosulfocarb und Flufenacet bringt nach Angaben des Unternehmens ein deutliches Leistungsplus vor allem gegen Ackerfuchsschwanz.
 
Mit Blick auf die Resistenzdiskussion bei Getreideherbiziden wird die Bedeutung des Wirkstoffs Prosulfocarb als Anti-Resistenz-Baustein steigen. „Wer sich Optionen gegen Ackerfuchsschwanz erhalten will, wird auf Dauer nicht um diesen Wirkstoff herum kommen“, erläuterte der Syngenta-Geschäftsführer.
 
Mit SY Galileoo und SY Baracooda stellt Unternehmen zwei neue Sorten aus der nächsten Hybridgerstengeneration vor. Auch für seine E-Weizensorte Galerist und die A-Weizensorten Kashmir und Findus sieht Syngenta gute Wachstumschancen. Im Mais präsentiert Syngenta mit SY Pandoras, einem mittelfrühen Doppelnutzer, und SY Impulse, einem mittelfrühen Körnermais mit der Bestnote 9 im Kornertrag, zwei neue Sorten. SY Iowa heißt eine neue Winterrapssorte.
 
Zudem stellt das Unternehmen die neueste Generation an Kohlhernie-resistenten Hybriden aus der Syngenta-Winterrapszüchtung vor. Besonders wichtig für die Firma ist die Fortsetzung der Markteinführung der Elatus-Getreidefungizidfamilie sowie des Getreideherbizids Avoxa.
 
Trotz der erfreulichen Entwicklung des Produktsortiments blickt Dr. Hudetz weiter mit Sorge auf die aktuelle Lage bei der Pflanzenschutzzulassung. Insgesamt trete das Zulassungssystem in Deutschland trotz der in 2017 eingeleiteten Schritte auf der Stelle. Noch immer sei kein Netto-Abbau des Zulassungsstaus zu erkennen. Vielmehr halten sich eine hohe Anzahl neuer Anträge die Waage mit einer erhöhten Anzahl von Zulassungsentscheidungen. Nach wie vor würden deutsche Sonderwege durch das Umweltbundesamt beschritten, so dass die Zulassungsfristen nicht eingehalten werden. In der Summe führe dies zu nicht vertretbaren wirtschaftlichen Konsequenzen für die Antragsteller, aber auch für die hiesigen Land-wirte.
 
„Die überkonservative Bewertung in Deutschland, verbunden mit einem Mangel an Berechenbarkeit und Transparenz führt dazu, dass Anträge nicht mehr in Deutschland, sondern legal in anderen Ländern der zentralen Zulassungszone der EU gestellt werden. Auf diese Weise gehe die Zulassungskompetenz Deutschlands schleichend verloren.
 
Angesichts der sich zuspitzenden öffentlichen Diskussion über den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln arbeitet Syngenta nach eigener Aussage an der Fortentwicklung ihres Planes für verantwortungsvolles Wachstum („The Good Growth Plan“). Besonders erfolgreiche Projekte wie etwa „Syngenta Bienenweide“ oder der „Etablierung von Grasuntersaaten in Mais“ sind auf dem Syngenta-Freigelände zu sehen.

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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