Schweiz

Verzicht auf chemischen Pflanzenschutz bringt Risiko für Verbraucher

Die Schweizer Volksinitiative fordert das Verbot von „synthetischen Pestiziden“. Studienergebnisse zeigen aber, dass der Verzicht Gesundheits- und Hygienerisiken mit sich bringt.

Einer schweizer Studie der Universität St. Gallen zufolge, führt der Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel nicht nur zu einem deutlichen Rückgang der Lebensmittelproduktion innerhalb der Schweiz, sondern auch zu einem wachsenden Risiko für die Verbraucher. Anstoß für die Studie unter der Leitung von Prof. Charles Gottlieb und Cara Stromeyer von der Universität St. Gallen, war die Volksinitiative „Für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide“. Diese fordert das Verbot synthetischer Pflanzenschutzmittel und Biozide sowohl für die Lebensmittelproduktion im Inland, als auch für Importware.

Nach Berechnungen des Schweizer Bauernverbandes (SBV) werde sich mit Annahme der Initiative ein deutlicher Rückgang Schweizer Pflanzen- und Tierproduktion zeigen. Der Brutto-Selbstversorgungsgrad würde dadurch von aktuell 60 % auf 42 % fallen. Zudem sei mit großen Veränderungen im Produktsortiment zu rechnen. Vor allem das regionale Angebot an Zucker, Obst, Gemüse, Kartoffeln und Fleisch, insbesondere Schweine- und Geflügelfleisch, würde drastisch reduziert oder ganz wegfallen.

Gefährden Forderungen die Lebensmittelsicherheit?

Anhand der Studienergebnisse würde außerdem sichtbar, wie sich ein Biozid-Verbot auf die Lebensmittelverarbeitung auswirke. Durch den Verzicht auf synthetische Produkte sei die Sicherheit und Qualität der Lebensmittel, besonders der sensiblen Produkte, wie Fleisch, gefährdet. Unter den geforderten Standards sei es kaum noch möglich, diese Produkte zu verarbeiten oder gar zu lagern, so der SBV.

Die geforderten Importbeschränkungen, würden viele Produzenten als Anlass nehmen, um die gesamte Produktion ins Ausland zu verlagern. Die Produktionskosten würden deutlich ansteigen, was sich im Umkehrschluss auf die Kaufpreise der Konsumenten auswirke.

Biozide ausgenommen

Nach Bekanntwerden der Studienergebnisse melden sich die Initiatoren der Volksinitiative zu Wort. Ihnen zufolge beruhe die Studie auf „falschen Zahlen“ und „vereinfachten Projektionen“ – sie sei im ganzen nicht ernst zu nehmen. Die Volksinitiative fordere lediglich den Verzicht auf synthetische Pflanzenschutzmittel. Nicht aber das Verbot von Bioziden.