Raps Zukunft

Den Raps künftig hacken?

Problemunkräuter und strenge Clomazone-Auflagen erschweren die Unkrautkontrolle. Könnte künftig das Verfahren „Hacken plus Einsatz eines Nachauflaufherbizids“ die Lösung sein?

In puncto Herbizideinsatz erschweren Problemunkräuter und strenge Auflagen von Clomazone-haltigen Mitteln den Anbau. Ist das Verfahren „Hacken plus Einsatz eines Nachauflaufherbizids“ die Lösung?

Einzelne Betriebe sind dazu übergegangen, Flächen mit besonders viel Ausfallraps zu hacken. Dazu säen sie den Raps mit 45-cm-Reihenabstand (mit Rübensägeräten und geeigneten Lochscheiben), um zwischen den Reihen hacken zu können. Die Saatmenge wird bei diesem Verfahren gegenüber der Normalsaat um 25 % reduziert.

Dass die Erträge trotz der erweiterten Reihen nicht sinken, zeigen Versuche von Dr. Joachim Bischoff, LLG Sachsen-Anhalt. Wichtig dabei ist, dass Sämaschine und Hackgerät die gleiche Arbeitsbreite haben und die Abstände zwischen den Säaggregaten genau gleich sind. Nachteilig bei diesem Verfahren ist das erhöhte Risiko durch Schnecken. In feuchten Jahren können die auseinanderliegenden Saatreihen zu regelrechten Schneckenautobahnen werden. In diesen Fällen muss man energisch mit einer frühzeitigen Anwendung von Schneckenkorn gegenhalten.

Bei trockenem Wetter lassen sich die Rapsbestände etwa vom 3. Laubblattstadium bis zum Reihenschluss hacken. In den frühen Stadien sind Bleche oder Scheibenseche vonnöten, die den Raps vor Verschüttung abschirmen. Die Fahrgeschwindigkeit kann zu Anfang bei rund 7 km/h liegen. Mit zunehmender Größe des Rapses kann dann schneller gefahren werden – günstig ist es, wenn dabei auch etwas Erde in die Rapsreihe gelangt. Je nach Fahrgeschwindigkeit, Ausstattung der Hacke und Flächengröße sind 35 bis 65 €/ha für einen Hackdurchgang zu kalkulieren. Nach dem Hacken lässt sich oft ein Wachstumsschub beobachten. Zudem werden Mäuse gestört. In trockenen Jahren ist es auch von Vorteil, dass Wasser konserviert wird. Nachteilig ist dagegen, dass die Erosionsgefahr durch die Bodenlockerung steigt.

So weit, so gut – aber wie lässt sich das Unkraut in der Reihe bekämpfen? Da Bandspritzgeräte noch wenig verbreitet sind, wird in der Regel ein Bodenherbizid auf der gesamten Fläche vorgelegt. Das ist aber unbefriedigend, da das Hacken den Herbizidfilm wieder zerstört. Da trifft es sich gut, dass mit Belkar ein Herbizid zugelassen wurde, mit dem man auch im Nachauflauf Unkräuter bekämpfen kann.

Das Herbizid lässt sich – unabhängig davon, ob der Raps gehackt werden soll oder nicht – im Nachauflauf von EC 12 bis 18 einsetzen. Es enthält die Wirkstoffe Halauxifen und Picloram. Beide gehören zu den Wuchsstoffen. Sie wirken in erster Linie über die Blätter. Ist es feucht, bringen sie auch eine gewisse Bodenwirkung.

Um Wuchsdeformationen am Raps zu vermeiden, darf der Einsatz mit 0,25 l/ha erst erfolgen, wenn der Raps neben zwei Keimblättern auch zwei Laubblätter hat. Die volle Menge von 0,5 l/ha sollte nicht vor dem 6. Laubblattstadium des Rapses zum Einsatz kommen.

Günter Klingenhagen, LWK Nordrhein-Westfalen

Beachten Sie bitte die Zulassung, Gebrauchsanleitung und regionale Hinweise.

Die Redaktion empfiehlt

Mehr denn je müssen die Rapssorten auch Kälte, Hitze, Trockenheit oder Spätfrösten trotzen. Setzen Sie daher unbedingt auf ertragsstabile Sorten.

Der Schwächeparasit Alternaria ist in diesem Jahr öfter zu beobachten. Achten Sie auf die typischen konzentrischen Ringe auf der Blattoberseite – den Sporenlagern.

Verbreitet treten Frostschäden an den Schoten des Rapses auf. Diese sehen dem Schaden durch die Larven der Kohlschotenmücke sehr ähnlich.

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Diskussionen zum Artikel

von Gerald Hertel

wir sollen

den Raps hacken mit steigenden Kosten und dann wird billiges Palmöl aus durch Brandrodung entstanden Monokulturen über den halben Globus bei uns eingeschifft.

von Andreas Gerner

Hr Dr Bischoff hat gute Voraussetzungen.

Große Brettebene Flächen und 90er Böden. Auf meinen Tonigen Buckeln gäbe er den Versuch zu hacken schnell wieder auf.

von Klaus Fiederling

Erfinden wir das Rad neu?

Ende der 1980er im vergangenen Jahrhundert bei der Umstellung von Raps auf erucafreie Sorten gab‘s solche Versuche bereits. Drei Jahre lang habe ich geduldig versucht, das so umzusetzen, um erucasäurehaltige Pflanzen zu beseitigen. Diese Technik hat jedoch nicht funktioniert. Unsere ... mehr anzeigen

von Wilhelm Grimm

Na dann hackt man schön, ich nicht !

Es folgt Getreide, denn grüne Spinnereien sind unendlich. Für das Klima schlecht, aber Bio. !

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