TRAS 120: So sieht die Praxis aus Premium

Wir haben eine Umfrage unter Planern und Herstellern von Biogasanlagen bzw. -komponenten gemacht, wie sich die TRAS 120 im Alltag auswirkt. Es gibt zur Umsetzung erste Lösungen, aber auch viele offene Fragen.

Genau wie bei Betreibern und Sachverständigen herrscht auch bei Planern und Herstellern von Biogasanlagen eine große Unsicherheit zur TRAS 120. Das zeigt unsere Umfrage unter rund 50 Firmen aus der Biogasbranche. Die Antworten waren sehr heterogen: Während einige noch rätseln, ob und wie sie die neuen Sicherheitsregeln umsetzen wollen, haben andere bereits fertige Lösungen, die sie den Betreibern anbieten können. Im Folgenden fassen wir die Antworten zusammen.

Grundsätzlich stellen die meisten Firmen fest, dass der Aufwand für Anträge bei den Genehmigungsbehörden gestiegen ist. Denn bei vielen Verfahren wird die Einschätzung eines Sachverständigen benötigt. Zudem gibt es unterschiedliche Interpretationen beim Umgang mit der TRAS, auch bei Diskussionen mit Sachverständigen und Prüfern, berichten viele Hersteller. Das führt zu mehr Fragen und Unklarheiten anstelle von bundeseinheitlichen Lösungen. Schon heute fordern Genehmigungs- und Überwachungsbehörden eine durchgängige Anlagen- und Prüfdokumentation gemäß TRAS 120. „Es gibt auch Genehmigungsbehörden, die 10 m Abstand zwischen bestehenden und neuen Behältern fordern, was aufgrund begrenzter Grundstücke auf vielen Anlagen schwer zu realisieren ist“, sagt Carsten Bahlburg von Biogas Service Tarmstedt.

Nachteile für Flex-Anlagen

Auch werden einige Genehmigungsverfahren länger. Nachteilig wirkt sich das gerade bei Biogasanlagenbetreibern aus, die noch die Flexibilisierungsprämie beantragt haben. Hintergrund ist, dass im Juli 2019 die Grenze von 1000 MW flexibler Biogasleistung erreicht war. Mit dem Erreichen des „Flexdeckels“ bleiben nur noch 15 Monate, um die angeschobenen Vorhaben zu beenden und die Prämie noch erhalten zu können. War die Zeit ohnehin schon knapp, ist sie es jetzt erst recht. Einige Genehmigungsbehörden weisen auch darauf hin, dass im Rahmen der nächsten wiederkehrenden sicherheits-technischen Prüfung der Sachverständige mit der Prüfung nach TRAS 120 beauftragt werden soll.

Die Einführung der TRAS 120 wird von der Versicherungswirtschaft positiv bewertet, berichtet die Versicherungskammer Bayern. Eine grundsätzliche Nachrüstungspflicht bestimmter Komponenten gemäß TRAS 120 sei aktuell aber nicht vorgesehen.

Fragen beim Brandschutz

Gerade beim Brandschutz rätseln viele Firmen und Planer noch: Welche Alternativen gibt es, wenn sich die Auflagen wie die neuen Schutzabstände von 6 bis 10 m zwischen bestehenden Behältern nicht einhalten lassen? „Auch Maßnahmen wie z.B....

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