Solar

"Agri-Photovoltaik lohnt sich"

Freiflächensolaranlagen sind umstritten, aber lukrativ. Agri-Photovoltaikanlagen könnten das Problem lösen.

Würde man auf 4 % der Ackerfläche Freiflächensolaranlagen installieren, könnte man damit den gesamten Stromverbrauch in Deutschland abdecken. Es sind Aussagen wie diese, mit denen die Solarbranche den Druck auf die Bundesregierung und die Länder erhöht, mehr Flächen für den Bau freizugeben.

Es sind aber auch Zahlen, die vielen Landwirten Sorgen bereiten. Ackerflächen sind knapp und die Pachtpreise haben vielerorts die Schmerzgrenze überschritten. Wenn zugunsten der Energiewende noch mehr Flächen geopfert werden, könnte das die Pachtpreise noch weiter nach oben treiben, so die Befürchtung.

Länder scheren aus

Das sich Investitionen in eine Freiflächenanlagen – unabhängig von der Diskussion um Chancen und Risiken eines weiteren Ausbaus – auszahlen kann, wurde auf einer Online-Solartagung der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen Mitte Januar deutlich. Energieberater Nils Seidel von der Kammer hatte dazu ein Beispiel im Gepäck: Eine Anlage mit fünf Megawatt Leistung (5 MW) schlägt mit rund 3,4 €Mio. € zu Buche (640 €/kW, Vollfinanzierung, 10 Jahre Laufzeit, 1,1 % Zinsen). Anders als bei kleineren Anlagen mit einer Leistung von bis zu 750 kW erhalten Betreiber für diese Kraftwerke keine feste Einspeiseförderung, sondern müssen an einer Ausschreibung teilnehmen. In diesen Verfahren wird ein Höchstwert von staatlicher Seite festgelegt. Aktuell liegt dieser bei 5,57 ct/kWh. Um einen Zuschlag zu bekommen, müssen Investitionswillige daher diesen Wert unterbieten und die Konkurrenz mit einem möglichst niedrigen Preis ausstechen.

Seidel hatte in seiner Berechnung einen Wert von 5 ct/kWh angesetzt. An einem Standort mit eher mäßiger Sonneneinstrahlung summiert sich der Gewinn unter diesen Bedingungen nach 20 Jahren auf rund 1,8 Mio.

Um dem Flächenfraß durch den Ausbau der Freiflächenanlagen Einhalt zu gebieten, hat die alte Bundesregierung den Ausbau der Freiflächen reglementiert. Wer eine EEG-Vergütung in Anspruch nehmen möchte, der darf seine Module nur entlang von Autobahnen, Eisenbahnschienen, auf Konversionsflächen oder auf benachteiligten Gebieten montieren (EEG-Gebietskulisse). Wer davon abweicht, erhält keine Förderung und stößt oft auf Widerstand in den Kommunen. Denn neben den Bezirksregierungen müssen auch diese die Flächen ausweisen. Weil der Bau der...

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