Erneuerbare Energien

Bayerische Wasserkraftverbände: Potenzial der Wasserkraft nutzen

Bewährt und ausgereift: Die bayerischen Wasserkraftverbände sehen in der Wasserkraft eine optimale Ergänzung zur Wind- und Solarenergie. Ihre Möglichkeiten seien dabei noch nicht ausgeschöpft.

Die Vereinigung Wasserkraftwerke in Bayern (VWB) e.V. und der Landesverband Bayerischer Wasserkraftwerke (LVBW) eG appellieren im Vorfeld des Treffens von Bundeswirtschaftsminister Habeck und Bayerns Ministerpräsident Söder an beide, das Potenzial bewährten und ausgereiften Wasserkraft-Technologie stärker zu berücksichtigen. „Die Wasserkraft hat bereits einen Anteil von über ein Drittel an den erneuerbaren Energien in der Stromerzeugung im Freistaat“, betont VWB-Vorsitzender Fritz Schweiger.

Durch Ertüchtigungs- und Modernisierungsmaßnahmen, wie zum Beispiel Steuerungsoptimierung durch die Digitalisierung von bestehenden Wasserkraftanlagen, könne ihr Beitrag zur Energieerzeugung mit überschaubarem Aufwand und ohne Eingriffe in die Natur noch um eine Milliarde Kilowattstunden erhöht werden. „Es ist ein Gebot der Stunde, die Wasserkraft zu nutzen“, appelliert Schweiger. Die VWB und der LVBW begrüßen daher den Vorstoß von Markus Söder, beim Ausbau der erneuerbaren Energien in Bayern neben Photovoltaik und Geothermie auch auf die Wasserkraft zu setzen.

Versorgungssichere erneuerbare Energien als übergeordnetes öffentliches Interesse sehen

Damit Bayern das ehrgeizige Ziel der Klimaneutralität bis 2040 erreichen könne, sei es dringend nötig, den stabil zur Verfügung stehenden erneuerbaren Energien ein übergeordnetes öffentliches Interesse einzuräumen. „Die Errichtung, der Betrieb und der Ausbau von versorgungssicheren Erneuerbare-Energien-Anlagen liegen im öffentlichen Interesse und dienen der öffentlichen Sicherheit“, so Schweiger. Dieser Tatbestand sollte als übergeordnetes öffentliches Interesse in Genehmigungsverfahren berücksichtigt werden.

Dabei müsse der versorgungssicheren Stromqualität aus Wasserkraft eine hervorgehobene Bedeutung beigemessen werden. Denn aufgrund ihrer Zuverlässigkeit und Planbarkeit trage sie nicht nur zur Erzeugung klima- und ressourcenschonender Energie bei, sondern leiste auch einen wertvollen Beitrag zur Netzstabilisierung und Versorgungssicherheit.

Wasserkraft unterstützt Einbindung volatiler Energieerzeuger in das System

Die grundlastfähige Wasserkraft unterstütze zudem die Integration volatiler Technologien wie Photovoltaik in ein stabiles und sicheres Versorgungssystem. Betrachte man nur die grundlastfähigen und versorgungssicheren regenerativen Technologien in der Stromerzeugung, führte die Wasserkraft 2020 mit ca. 56 % (Quelle: Energiedaten Bayern/Schätzbilanz 2020 entnommen).

Die bayerischen Wasserkraftverbände VWB und LVBW plädieren dafür, dies auch in der „Verwaltungsvorschrift zum Vollzug des Wasserrechts“ (VVWas) des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz sowie in der Handlungsanleitung Mindestwasserfestlegung zu berücksichtigen. In der VVWas ist festgelegt, dass Gewässer eine ökologische, ökonomische und soziale Funktion haben. „Einen wichtigen Bestandteil der sozialen Funktion bildet die Daseinsvorsorge für die Bürgerinnen und Bürger, die deshalb in dieser Vorschrift der Stromversorgung mit erneuerbaren Energien zuzuordnen ist“, fordert der LVBW-Vorsitzende Hans-Peter Lang.


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