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Agroforst

Bundesrat: Thüringer Entschließungsantrag zu Agroforst angenommen

Die Bundesregierung ist jetzt aufgefordert, neue Fördermöglichkeiten für mehr Büsche, Bäume, Sträucher auf Äckern in der Landwirtschaft zu bieten.

Lesezeit: 3 Minuten

Der Bundesrat hat in seiner Sitzung am 25. Juni den von Thüringen in den Bundesrat eingebrachten Entschließungsantrag ,,Initiative Biodiversität und Klimaschutz – Neue Wege der Landnutzung wagen – Agroforstwirtschaft im Verwaltungssystem verankern“ mit breiter Zustimmung der Länder beschlossen.

Anlage soll jederzeit umkehrbar sein

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Der Entschließungsantrag fordert die Bundesregierung auf, bestehende Hemmnisse für Landwirte beim Anlegen von Gehölzflächen auf Ackerland abzubauen. Insbesondere fordert die Thüringer Initiative, dass Gehölzstreifen von Agroforstsystemen, anders als bisher, als jederzeit umkehrbarer Teil der landwirtschaftlichen Nutzfläche anerkannt werden und auf Bundesebene eine entsprechende, rechtssichere Definition von Agroforstsystemen geschaffen wird.

Um den Einstieg für interessierte Landwirte zu erleichtern, setzt sich das Umweltministerium zudem für eine Investitionsförderung bei der Neuanlage von Agroforstsystemen im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz (GAK) ein. „Wir legen damit ein weiteres Angebot vor, um Landwirtschaft, Artenschutz und Klimaschutz in guten Einklang zu bringen“, sagte Thüringens Umweltministerin Anja Siegemund. Agroforst habe gleich mehrere Vorteile, wie die Ministerin erklärt: „Mehr Strukturreichtum beugt Erosionen vor und verbessert die Wasserrückhaltefähigkeit und Beschattung. Das ist insbesondere bei den erwartbaren kommenden Trockenheitsperioden wichtig. So sparen Betriebe langfristig auch Kosten und grüne Oasen auf größeren Äckern verstärken den Artenschutz.“

Es sei eine Win-Win-Situation, über die das Ministerium mit dem Bauernverband und der Arbeitsgemeinschaft Bäuerliche Landwirtschaft in gutem Austausch sei.

AbL begrüßt Ergebnis

"Das Abstimmungsergebnis im Bundesrat zur Agroforstwirtschaft ist aus mehrfacher Hinsicht eine richtungsweisende Sensation. Zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik spricht sich eine deutliche Ländermehrheit im Bundesrat für eine klare Verankerung der Agroforstwirtschaft im Agrarfördersystem aus und ruft die Bundesregierung nun zum engagierten Handeln auf“, erklärt Daniel Fischer, Agroforst-Beauftragter der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) Mitteldeutschland.

Doch der Erfolg hätte beinah durch einen dogmatischen Vorstoß aus dem baden-württembergischen Umweltministerium getrübt werden können. Für eine Vielzahl von Agroforstsystemen hätte dies das vorzeitige Aus bedeutet. Für den Änderungsantrag aus Baden-Württemberg stimmte im Bundesrat allerdings nur eine kleine Minderheit. „Dank einer gemeinsamen Kraftanstrengung zahlreicher AbL-Landesverbände und unsererm Agroforst-Beauftragten ist es letztendlich gelungen, ein bedrohliches Abdriften dieser Initiative zu verhindern“, erklärt Michael Grolm, Vorsitzender der AbL Mitteldeutschland. „Wir setzen vor allem auf einen konstruktiven und kooperativen Dialog zwischen den Landnutzern und dem Naturschutz, damit sich letztendlich nachhaltige und ganzheitliche Lösungsansätze durchsetzen können und nicht ideologisch geprägte Illusionen oder Dogmatismen.“

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