Eine Million Photovoltaikanlagen brauchen neue Messtechnik

Etliche Betreiber von Solarstromanlagen müssen im nächsten Jahr einen intelligenten Stromzähler einbauen lassen. Über Kosten und weitere Hintergründe informiert ein neuer Leitfaden.

Auf vielen Photovoltaikanlagen wird im kommenden Jahr eine neue Messtechnik installiert. (Bildquelle: Fronius)

Ab Ende Januar 2019 müssen Betreiber von Photovoltaikanlagen mit einer Größe ab 7 kWp damit rechnen, Post von ihrem Netzbetreiber zu bekommen. Darin werden sie über die Pflicht zum Einbau einer neuen Messtechnik innerhalb einer dreimonatigen Frist informiert. Hintergrund dazu ist der „Smart-Meter-Rollout“.

Was bedeutet "Smart Meter"?

Hinter dem komplizierten Begriff steht der Umstieg auf einen intelligenten Messzähler („Smart Meter“). Diese sind im neuen Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) vorgeschrieben, erklärt die Plattform ComMetering, die sich beim Smart-Meter-Rollout für Belange der PV-Betreiber einsetzen will. Der Gesetzgeber begründet die Einführung damit, dass das Stromnetz in einer dezentralen Energiewelt intelligenter werden muss und Verbraucher genauer über ihren Energieverbrauch Bescheid wissen sollen. Aktuell werden Messwerte in der Regel nur einmal jährlich analog vor Ort abgelesen. Zukünftig sollen Smart Meter die Messwerte im 15-Minuten-Takt direkt und digital übermitteln und sie auch für den Verbraucher direkt visualisieren.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) geht davon aus, dass bis Ende Januar 2019 die gesetzlich vorgeschriebene Zertifizierung von drei Kommunikationsmodulen (Smart Meter Gateways) voneinander unabhängiger Hersteller abgeschlossen sein wird.

1 Mio. Anlagen betroffen

Wann und wo genau die jeweiligen Netzbetreiber in ihren Netzgebieten mit der Umsetzung beginnen, lässt sich derzeit nicht vorhersehen, erklärt ComMetering. Klar ist nur, dass PV-Anlagen bis 2024 mit Smart Metern ausgestattet werden müssen. "Rund eine Millionen Solaranlagen sind in den kommenden Jahren vom Einbau der digitalen Zähler betroffen. 80 % davon sind Kleinanlagen, die in den vergangen Jahren von Bürgern bundesweit errichtet worden sind. Bemerkenswert ist, dass die meisten Betreiber dieser PV-Anlagen bislang noch nichts von ihrem Glück wissen“, erläutert Fabian Zuber, Mitinitiator von ComMetering. Zudem würden sie zwar die Rechnung für die neuen Zähler zahlen müssen, jedoch wenig davon profitieren. Denn bei der Konzeption der technischen Vorgaben für die Smart Meter spiele der Kundennutzen keine Rolle 

Was der Smart-Meter-Rollout im Einzelfall für die Solarbetreiber bedeutet – etwa hinsichtlich der entstehenden Kosten – hat ComMetering gemeinsam mit der Kanzlei von Bredow Valentin Herz in einem kostenlosen Leitfaden zusammengefasst, der im Oktober in aktualisierter Form erschienen ist.

Artikel geschrieben von

Hinrich Neumann

Redakteur Energie

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