Ökostrom

Einige Ökostromprodukte sind "Verbrauchertäuschung"

Der Grüner Strom-Label e.V. hat die neue Ökostrom-Marktanalyse des Umweltbundesamtes ausgewertet. Einige Angebote haben haben keinen Effekt auf den Ausbau erneuerbarer Energien.

Das Umweltbundesamt (UBA) hat kürzlich die ‚Marktanalyse Ökostrom II‘ veröffentlicht. Neben der Entwicklung des Ökostrommarktes und seinen Rahmenbedingungen hat die Behörde auch die Perspektiven von Verbrauchern beleuchtet. Eine Analyse des Grüner Strom Label e.V. zeigt: Angebot und Nachfrage von Strom aus erneuerbaren Energien sind deutlich gestiegen. Allerdings erfüllt ein Großteil der vermeintlichen Ökostromprodukte weder die Erwartungen der Verbraucher noch führen sie zu einem Ausbau erneuerbarer Energien. „Die Studie hat dargelegt, dass die meisten sogenannten Ökostromprodukte in Deutschland ausschließlich auf Herkunftsnachweisen basieren und keinerlei echten Umweltnutzen bewirken“, erläutert Dietmar Oeliger, Vorsitzender des Grüner Strom Label e.V. „Verbraucher wollen aber mit ihrem Ökostrombezug nicht nur ihre eigene Energieversorgung nachhaltig gestalten, sondern auch die Energiewende voranbringen. In beiden Punkten werden sie bei den meisten Ökostromprodukten getäuscht“, so Oeliger weiter.

Keine Effekte durch Herkunftsnachweise

Positive Effekte auf die Zubauwirkung erneuerbarer Energien allein durch Herkunftsnachweise konnte die UBA-Studie nicht bestätigen. Darauf basiert aber ein Großteil aller Ökostromprodukte. Dabei gehen über 60 Prozent der Ökostromkunden davon aus, dass sie durch ihren Ökostrombezug einen Beitrag zum Ausbau erneuerbarer Energien leisten. Ebenso viele finden es auch wichtig, dass ihr Stromanbieter selbst in die Energiewende investiert.

Dabei gäbe es Fördermechanismen, die die Energiewende voranbringen, heißt es in der UBA-Studie: Die stärksten Zusatznutzen resultieren aus nachgewiesenen Beiträgen zum Ausbau der Erneuerbaren Energien und Energieeffizienzmaßnahmen.

Label fordert Ausbau der erneuerbaren Energien

Ein solches Förderkonzept mit garantierten Investitionen verfolge das Grüner Strom-Label. Jedes Ökostromprodukt, das mit dem Ökostromlabel der Umweltverbände zertifiziert ist, garantiere: Ein fester Betrag je Kilowattstunde Ökostrom werde binnen zwei Jahren in Energiewende-Projekte investiert, wie Photovoltaik-Anlagen, Windenergieanlagen sowie Energieeffizienz-, E-Mobilitäts- oder Bildungsmaßnahmen. Vor der Projektrealisierung würden sowohl ökologische als auch ökonomische Kriterien überprüft. In den letzten 20 Jahren konnten so mit rund 65 Millionen Euro über 1.300 Energiewende-Projekte kofinanziert und umgesetzt werden. Dabei liegt die Förderquote im Schnitt bei etwa einem Fünftel; die Gesamtinvestitionen betragen über 360 Millionen Euro.

„Die Menschen sind bereit, durch den Bezug von Ökostrom einen Beitrag zu Energiewende und Klimaschutz zu leisten. Wir haben keine Zeit mehr, dieses Potenzial ungenutzt zu lassen, denn der Klimawandel ist bereits in vollem Gange.“, erklärt Daniel Craffonara, Geschäftsführer des Grüner Strom Label e.V. „Viele Energieanbieter müssen ihre Ökostromprodukte radikal umgestalten und den Ausbau erneuerbarer Energien aktiv vorantreiben.“

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Artikel geschrieben von

Hinrich Neumann

Redakteur Energie

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