EU-Wasserstoffstrategie

EU-Pläne zu Wasserstoff: Aufschwung nur mit „grünem“ Gas Plus

Während Befürworter der Erneuerbaren die EU auffordern, verstärkt auf grünen Wasserstoff zu setzen, fordern Wirtschaftsverbände Technologieoffenheit auch für H₂ aus Erdgas.

Die EU-Kommission hat am Mittwoch ihre Wasserstoffstrategie vorgestellt. Sie soll dazu beitragen, die Energiewende in Europa voranzubringen, aber auch für wirtschaftlichen Aufschwung zu sorgen. „Die Strategie wird den europäischen Grünen Deal und den grünen Wiederaufschwung stärken und uns den Weg zur Dekarbonisierung unserer Wirtschaft bis 2050 deutlich vorzeichnen. Die neue Wasserstoffwirtschaft kann ein Wachstumsmotor sein, der zur Überwindung der durch COVID-19 verursachten wirtschaftlichen Schäden beträgt“, erwartet der für den Grünen Deal zuständige Exekutiv-Vizepräsident Frans Timmermans. Die für Energie zuständige Kommissarin Kadri Simson ergänzte: „Da 75 % der Treibhausgasemissionen der EU auf Energie zurückgehen, brauchen wir einen Paradigmenwechsel. Das Energiesystem der EU muss besser integriert und flexibler werden und in der Lage sein, die saubersten und kosteneffizientesten Lösungen zu nutzen.“ Wasserstoff werde dabei eine Schlüsselrolle spielen, da sinkende Preise für erneuerbare Energien und kontinuierliche Innovationen ihn zu einer tragfähigen Lösung für eine klimaneutrale Wirtschaft machten.

Milliardenmarkt für die Wirtschaft

Die EU will mit der Strategie einen Milliardenmarkt erschließen. Bis 2030 könnten nach Einschätzung der Kommission 140.000 Arbeitsplätze entstehen bei einem Marktvolumen von bis zu 140 Milliarden Euro. „Jetzt müssen die Herstellungskosten von grünem Wasserstoff sinken, indem die industriellen Anwendungen rasch weiterentwickelt und ausgebaut werden“, sagt der bayerische Staatsminister für Wirtschaft und Energie, Hubert Aiwanger.

Wie schon bei der deutschen Wasserstoffstrategie, die die Bundesregierung im Juni vorgestellt hat, gibt es auch an den europäischen Plänen Kritik. Vor allem im Brennpunkt steht „blauer“ Wasserstoff. Dieser wird wie heute üblich aus Erdgas hergestellt. Das in großen Mengen anfallende CO₂ soll zum...

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Diskussionen zum Artikel

von Michael Köttner

Unverständlich

Es ist unverständlich warum aus einem fertigen und stabilen Kraftstoff wie Ergas oder Biomethan nun mit hohem Enegieeinsatz und -verlust (25-30%) ein instabiler fast immer zur Exposion neigender Übergangskraftstoff erzeugt werden soll. Anscheinend wird so argumentiert dass H2 fürs ... mehr anzeigen

von

Interessant ist,

daß solche Forderungen immer von Leuten gestellt werden die nicht mal eine Lichtbirne auswechseln können. Sie haben von Naturwissenschaft meistens keine Ahnung und stellen nur Forderungen die in kurzer Zeit weder finanziell noch technisch realisierbar sind. Diese Politiker sind ... mehr anzeigen

von Jens Geveke

synthetische Kraftstoff basieren alle (!) auf Wasserstoff und CO2, es sei denn, sie werden aus Biomethan weiter umgewandelt, aber das macht keinen Sinn, denn Biomethan ist schon ein fertiger Kraftstoff. Was aber oft nicht verstanden wird, ist dass die Energiespeicherung in Wasserstoff ... mehr anzeigen

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