Große Verschiebungen beim Bundesländervergleich

Baden-Württemberg, Bayern und Mecklenburg-Vorpommern sind die führenden Bundesländer bei den erneuerbaren Energien. Das zeigt der neue Bundesländervergleich des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung und die Agentur für Erneuerbare Energien.

Baden-Württemberg, Bayern und Mecklenburg-Vorpommern vorn, Berlin, Nordrhein-Westfalen und Saarland als Schlusslichter: So sieht der neue Bundesländervergleich in puncto erneuerbare Energien aus, den das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung (ZSW) und die Agentur für Erneuerbare Energien alle zwei Jahre erstellen. Die Wissenschaftler erfassen dabei 60 Indikatoren aus den vier Kategorien: politische Anstrengungen und Erfolge bei der Nutzung der neuen Energien sowie den technologischen und wirtschaftlichen Sturkturwandel. Am Ende gibt es Punkte, die das Gesamtranking bestimmen.

Baden-Württemberg zeichnet sich danach laut DIW durch vorbildliche politische Rahmenbedingungen aus. Bayern dagegen ist beim Ausbau der erneuerbaren Energien am weitesten, obwohl Windenergie noch relativ wenig genutzt wird. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es die größten technologie- und wirtschaftspolitischen Erfolge.
Überall gibt es noch Potenziale – auch bei den führenden Ländern. So ist Bayern beim politischen Willen zur Nutzung der Erneuerbaren lediglich im Mittelfeld, was unter anderem an den strengen Abstandsregelungen bei der Windenergie liegt.

Schleswig-Holstein will Vollversorgung beim Strom

Während Mecklenburg-Vorpommern seit dem letzten Ranking aufgestiegen ist, sind Schleswig-Holstein und Brandenburg von führenden Positionen ins Mittelfeld abgerutscht.
In Schleswig-Holstein schneiden die Programme zur Förderung und  bei den Forschungsausgaben schlechter ab. Energiewendeminister Robert Habeck sieht das Land trotzdem auf einem guten Weg. Bei den politischen Anstrengungen zur Nutzung erneuerbarer Energien, der Windenergiepolitik, den Ausbauzielen und Erfolgen oder der gesellschaftlichen Akzeptanz des Netzausbaus hätte Schleswig-Holstein Spitzenpositionen. Außerdem würden sich die Zahlen, auf die sich die Studie bezieht, aus den Jahren 2011 bzw. 2012 stammen. Beim Bruttostromverbrauch 2013 wären die Erneuerbaren in Schleswig-Holstein mittlerweile bei einem Anteil von 75 %. Mit den 2014 aufgestellten Windrädern könnte das Land als zweites Bundesland rechnerisch die Vollversorgung mit Strom aus erneuerbaren Energien schaffen.

Brandenburg will faire Lastenverteilung

In Brandenburg analysierten die Wissenschaftler vor allem eine stark gesunkene gesellschaftliche Akzeptanz der erneuerbaren Energien. „Die Akzeptanz ist deshalb so gering, weil Brandenburg bei den erneuerbaren Energien sehr weit fortgeschritten ist und die Bürger die Folgen der dezentralen Energieversorgungstärker im Geldbeutel spüren“, kommentiert Brandenburgs Wirtschafts- und Energieminister Albrecht Gerber die Zahlen. Es könne nicht sein, dass Wirtschaft und Verbraucher beispielsweise in Form von höheren Netzentgelten dafür bestraft würden, dass die Stromverteilnetze in Brandenburg stärker ausgebaut werden als in anderen Bundesländern. Daher fordert Gerber vom Bund eine faire Lastenverteilung bei den Kosten der Energiewende.
 
Die Studie finden Sie hier.


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