Heggelbach

Hauk besucht Agrophotovoltaik-Pilotanlage bei Demeter-Hofgemeinschaft

Bei der Agrophotovoltaik-Technologie werden Solarzellen auf einer Trägerkonstruktion über Nutzflächen installiert. Somit können gleichzeitig Nahrungsmittel und umweltfreundlicher Strom erzeugt werden.

In Herdwangen-Schönach (Landkreis Sigmaringen) hat die Hofgemeinschaft Heggelbach im Projekt APV-Resola in drei bis fünf Metern Höhe Solarmodule auf Unterkonstruktionen über der Ackerfläche installiert. Die Fläche darunter kann weiterhin für Ackerbau, Sonderkulturen sowie die Nutztierhaltung verwendet werden. Der erzeugte Strom wird hauptsächlich für den Eigenbedarf der Hofgemeinschaft verwendet. Der Rest wird ins Netz eingespeist. Der Strom kann bis zu 62 Haushalte versorgen.

Die gesamte Versuchsfläche in Heggelbach umfasst rund 24.000 Quadratmeter. Davon wurden 2.500 Quadratmeter mit einer Photovoltaik-Anlage mit neuartigen bifazialen PV-Modulen überbaut, die auch auf ihrer Rückseite reflektiertes Licht in Strom umwandeln können. Die überbauten Flächen wurden mit Referenzstandorten verglichen, auf denen zeitgleich dieselben Kulturen angebaut wurden. Auch die Auswirkungen derartiger Anlagen auf die Umwelt und die Biodiversität wurden untersucht. Das Pilotprojekt APV-Resola wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

Hauk lobt Konzept

Lebensmittelproduktion und erneuerbare Energien: Diese Kombination gewährleistet die Agrophotovoltaik-Technologie und bietet dabei unter Umständen auch noch Synergieeffekte, zeigte sich Baden-Württembergs Landwirtschaftsminister Peter Hauk am Donnerstag beim Besuch der Pilotanlage beeindruckt.

Die möglichen Synergieeffekte ergeben sich insbesondere beim Anbau von Kulturen, die zusätzlich geschützt werden müssen: Beispielsweise der Schutz gegen Hagelschäden im Obstbau oder dem Schutz vor zu starker Sonneneinstrahlung im Weinbau. Dies ist insofern besonders relevant für Baden-Württemberg, weil der Anbau von Sonderkulturen hier traditionell eine hohe Bedeutung hat.

Die technische Machbarkeit ist in Heggelbach bestätigt worden, davon konnte sich der Minister überzeugen. „Nun gilt es, aufbauend auf den Ergebnissen des Projekts, weitere Standorte zu entwickeln und weitere Erfahrungen in diesem Bereich zu sammeln“, betonte Hauk.

Das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz bereite gemeinsam mit dem Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft die Förderung einer Durchführungsstudie vor, in der entsprechende Finanzierungskonzepte für den Ausbau von weiteren Agrophotovoltaik-Anlagen an geeigneten Standorten in Baden-Württemberg entwickelt werden sollen. Das Projekt werde – wie auch die Pilotanlage in Heggelbach – vom Freiburger Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) koordiniert und gemeinsam mit den landwirtschaftlichen Ressortforschungseinrichtungen des Landes durchgeführt.

„Der hier in Heggelbach erprobte Ansatz, mit einer Agrophotovoltaik-Anlage gleichzeitig Nahrungsmittel und erneuerbaren Strom zu produzieren, ist ein Beispiel für intelligente Flächennutzungskonzepte der Zukunft. Die Flächeneffizienz wird dadurch erhöht und Landnutzungskonflikte können dadurch entschärft werden“, so Minister Hauk.


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Diskussionen zum Artikel

von Heinrich Albo

Sinnvoller wäre es....

konventionelle Landwirtschaft darunter und daneben zu vergleichen ! Zukunftsweisend wird das ganze erst wenn es mit möglichst wenig Subventionen pro kW/h bzw.pro erzeugter MJ (Nährwert) je ha auskommt.. Erst ohne Subventionen hat man die Wertschöpfung/ha wirklich erhöht.

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