Landwirtschaft wird als Problemlöser beim Klimaschutz unterschätzt

Über den Energiepflanzenanbau im Spannungsfeld Klima-, Ressourcen- und Naturschutz diskutierten sieben hochrangige Vertreter der bayerischen Land- und Energiewirtschaft vergangene Woche in München.

„Die Land- und Forstwirtschaft will beweisen, dass sie nicht das Problem, sondern Teil der Lösung ist.“ Mit dieser Feststellung machte Bayerns Landwirtschaftsminister Helmut Brunner auf einer Podiumsdiskussion zum Klima- und Ressourcenschutz vergangene Woche während der Abschlusstagung des Forschungsprojekts „ExpressBio“ in München deutlich, dass es in der öffentlichen Diskussion heute häufig ein falsches Bild von der Urproduktion gibt.„Selbst der Klimaschutzplan 2050 berücksichtigt die besondere Stellung der Land- und Forstwirtschaft als Lieferant von Lebensmitteln und biogenen Rohstoffen sowie als Senke für Treibhausgasemissionen nur unzureichend“, sagte Brunner. Rund 8 % der Treibhausgas-Emissionen (THG-Emissionen) in Deutschland stammen laut Brunner aus der Landwirtschaft. Bei der Reduzierung der Emissionen kämen den nachwachsenden Rohstoffen eine ganz besondere Rolle zu. Ihre Nutzung spart in Bayern jährlich 9 Mio. t CO₂ ein. „Die Land- und Forstwirtschaft hat also gute Argumente für den Klimaschutz und kann eine Vorbildrolle einnehmen“, sagte Brunner vor den rund 100 Tagungsteilnehmern. 
Als Beispiel für einseitige Diskussionen nannte er die Tierhaltung. „Die Landwirtschaft könnte noch mehr Klimaschutz erreichen, wenn sich Bayern als Veredelungsstandort verabschieden würde, denn dann gäbe es keinen Methanausstoß", sagte Brunner ironisch. Man dürfe die Land- und Forstwirtschaft nicht überfordern, wenn sie gleichzeitig hochwertige Nahrungsmitteln zur Verfügung stellen soll. Die Tierhaltung sei in Bayern unabdingbar – allein, um 1 Mio. ha Grünland zu verwerten. Flankierend sei die Biogastechnologie hilfreich, weil sie die landwirtschaftlichen Betriebe als zusätzliches Standbein stabilisiert und hilft, die kleine, dezentrale Struktur in der Landwirtschaft aufrechtzuerhalten. Diese sei gesellschaftlich gewünscht. 
Auch die anderen Diskussionsteilnehmer, sechs Vertreter verschiedener Verbände und Institute,  monierten, dass es in der öffentlichen Wahrnehmung häufig nur um isolierte Einzelaspekte geht.

Walter Heidl, Präsident des Bayerischen Bauernverbandes, kritisierte, dass es der Lobby der Energiekonzerne gelungen sei, erneuerbare Energien in die Ecke zu stellen, während Kohle oder Gas...

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