Lies: Jetzt die Weichen für mehr Wasserstoff stellen

Niedersachsens Umwelt- und Energieminister Olaf Lies will die Produktion von Wasserstoff aus Windenergie vorantreiben.

Power-to-Gas ist eine wichtige Technologie, um Wasserstoff z.B. als Fahrzeugtreibstoff zu produzieren. (Bildquelle: Neumann)

„Wer die Energiewende konsequent zu Ende denkt, kommt an Wasserstoff nicht vorbei. Deshalb brauchen wir eine Wasserstoffstrategie als Baustein zum Ausstieg aus der Kohleverstromung“, sagte Niedersachsens Umwelt- und Energieminister Olaf Lies gestern (03.04.2018) im Rahmen eines Pressegesprächs in Hannover. „Wir sind Windenergieland Nr. 1 und wir wollen zum Energieland Nr. 1 werden. Hier haben wir Wind in Hülle und Fülle. Wo, wenn nicht hier, sollten wir anfangen, Schritt für Schritt in eine Wind-Wasserstoff-Welt hineinzuwachsen", sagte Lies.

"Energiewende darf nicht beim Strom stehenbleiben"

Vieles sei schon jetzt technisch machbar, betonte der Minister. Allerdings gebe es für einen großtechnischen Einsatz von Wasserstoff noch Hürden. Das bisherige System aus Umlagen, Abgaben und Steuern verhindere eine wirtschaftliche Erzeugung von Wind-Wasserstoff und Investitionen in die Technologie. Er forderte weitere Schritte, damit die Technologie großtechnisch und kostengünstig zur Verfügung stehen könne. „Niedersachsen als Reallabor benötigt jetzt kurzfristig die passenden regualtorischen Rahmenbedingungen und Finanzhilfen. Die Investitionen stehen jetzt an. Die Energiewende darf nicht bei der Stromwende stehen bleiben", mahnte Lies.

Sektorenkopplung sei notwendig, was bedeutet: Erneuerbare Energien müssten verstärkt auch im Wärme- und Verkehrssektor genutzt werden. Dafür sei es sinnvoll, Wind-Wasserstoff zu erzeugen. „Ohne Power-to-X-Technologien werden wir die ambitionierten und richtigen Klimaziele nicht erreichen", sagte Lies.

"Jetzt eine nationale Wasserstoffstrategie ergreifen"

Unterstützung bekam er von Renate Klingenberg, Geschäftsführerin ChemCoast e.V., und Tobias Merten, Manager Mobility Innovation, bei Ernst & Young GmbH (EY), die die Studie „Windwasserstoff - Zukunft der Energiewende" vorstellten. Renate Klingenberg, Geschäftsführerin ChemCoast e.V.: „Wir brauchen dringend eine nationale Wasserstoffstrategie. Sonst wandern viele innovative Ideen zur Integration von erneuerbaren Energien in industrielle Prozesse ungenutzt in die Schublade.“ Das sei mehr als bedauerlich. „Wir haben keine Zeit zu verschenken. Die Politik muss jetzt handeln", so die ChemCoast Geschäftsführerin.

Tobias Merten, Manager Mobility Innovation, bei Ernst & Young GmbH (EY): „Wind-Wasserstoff spielt auch in der Diskussion zur Verkehrswende eine bedeutsame Rolle. Dennoch scheint die breite Einführung dieser erprobten Technologie im Verkehr immer noch an eine Glaubensfrage geknüpft zu sein: Batterie oder Brennstoffzelle?“ Zum Erreichen der ambitionierten klima- und energiepolitischen Ziele könne die Antwort allerdings nur sein: Batterie und Brennstoffzelle! „Deswegen brauchen wir ein eindeutiges Technologiebekenntnis sowie politische Rahmenbedingungen. Es gilt den Standort- und Technologievorteil in Deutschland weiter auszubauen.“

Artikel geschrieben von

Hinrich Neumann

Redakteur Energie

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