Biokraftstoffe

Mit Biomethan oder Pflanzenöl im Tank zu mehr Klimaschutz Premium

Wege zur Minderung der CO2-Emissionen in der Landwirtschaft stellten verschiedene Referenten gestern auf der NRW-Biokraftstofftagung auf Haus Düsse vor.

Noch ist es wenig greifbar, aber auf die Landwirtschaft kommt mit dem Klimaschutzgesetz eine erhebliche Belastung zu: Das Gesetz, das heute im Bundesrat sehr wahrscheinlich beschlossen wird, schreibt künftig die Höchstmenge an CO₂ vor, die die Landwirtschaft künftig pro Jahr ausstoßen darf. Der Deutsche Bauernverband hat dazu seine Klimastrategie aus dem Jahr 2010 aktualisiert. „Wir schlagen u.a. vor, die Güllevergärung deutlich zu steigern, damit im Jahr 2030 rund rund 60 % des anfallenden Wirtschaftsdüngers in Biogasanlagen behandelt wird“, erklärt Gerolf Bücheler vom Deutschen Bauernverband (DBV) auf der NRW-Biokraftstofftagung „Nachhaltige Kraftstoffe der Zukunft“ gestern im Versuchs- und Bildungszentrum Landwirtschaft Haus Düsse. Daneben sieht der DBV neben anderen Stellschrauben in der Tierhaltung und im Pflanzenbau den Einsatz von Biokraftstoffen im Verkehr und eine Anhebung der Treibhausminderungsquote von derzeit 4 auf 16 % im Verkehrssektor als Möglichkeit im Bereich Bioenergie.

Landwirtschaft hat selbst viel Potenzial

„Es würde der Land- und Forstwirtschaft gut zu Gesicht stehen, mit guten Beispiel voranzugehen und erst einmal selbst mehr Biokraftstoffe zu verwenden“, mahnte Dr. Edgar Remmele, Biokraftstoffexperte beim Technologie- und Förderzentrum (TFZ) in Straubing. Er stimmte damit kritischen...

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Artikel geschrieben von

Hinrich Neumann

Redakteur Energie

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Diskussionen zum Artikel

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von Christian Bothe

Biokraftstoffe

Sehr richtig, was die beiden Koll. schreiben und nicht diese Elektrogläubigkeit von Hofreiter und Co. mit ihren Träumen 2030 keine Verbrenner mehr zu produzieren...

von Ralf Heise

Es könnte so einfach sein.....

...aber alles muß kompliziert gemacht werden. Da wird über Kraftstoffe der zweiten Generation gefachsimpelt, die kompliziert und aufwendig in der Herstellung sind und damit auch deutlich teurer als die einfachste und vielfach erprobte Lösung, die offen auf der Hand liegt: Pflanzenöl!!!! Es ist in Normkraftstoffqualität auf jedem Hof einfach und vollautomatisch zu einem sehr attraktivem Preis selbst zu produzieren. Man ist wirklich nachhaltig, hat geschlossene Stoffkreisläufe, erzeugt neben dem hochwertigen Kraftstoff auch noch gentechnisch unverändertes Eiweißfutter und die Fahrzeugtechnik ist längst serienreif für den Einsatz von PÖL, wenn man sich an die Spielregeln hält und nicht versucht, ein noch größerer Sparfuchs zu sein und Frittenfett oder andere Öl, die nicht der Kraftstoffnorm entsprechen, zu verfahren. Aber leider wurde das Thema Anfang der 2010-er durch die Politik und ihren überbordenden Regulierungswahn verbrannt und kaputt gemacht. Dabei könnte die dezentrale Produktion und der ländliche Einsatz von POL einen großen Beitrag zum Klimaschutz bringen. Er ist kein Allheilmittel für alle, aber in der Land- und Forstwirtschaft sehr gut geeignet. Wer jetzt die alte "Teller statt Tank" Parole hervorkramt, dem entgegne ich, verringert erst den enorm hohen Anteil der ungenutzt entsorgten Lebensmittel und begreift den Einsatz von PÖL als Kraftstoff als "Teller durch Tank" So, nun ist mir leichter, wo ich das mal geschrieben habe.

von Karl Nölp

Genauso ist es beim Auto es gab mal die Fa. Elsbet 2Ltr. Pflanzenölmotoren und ÖLmühlen von Landwirten das wurde vom Staat gegen die Wand gefahren. Das währe wertschöpfung für die Landwirtschaft anstatt wieder Großkonzernen das Feld überlassen.

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