Photovoltaik

Petition zum Weiterbetrieb für ältere Solaranlagen

Der Solarenergie-Förderverein fordert bessere Rahmenbedingungen für Ü20-Photovoltaikanlagen. Ansonsten könnten viele ab dem nächsten Jahr stillgelegt werden.

Zum 1. Januar 2021 könnten die ersten Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von 114 MW aus der 20-jährigen EEG-Förderung herausfallen. In den Folgejahren kommen immer mehr Anlagen hinzu. Bis zum Jahr 2025 sind über 1 GW Solarleistung davon betroffen, teilt der Solarenergie-Förderverein Deutschland (SFV) mit.

Damit die Betreiber mit den Anlagen weiter Strom erzeugen, fehlen laut SFV wirtschaftliche Anschlusskonzepte. Damit besteht die Gefahr, dass voll funktionsfähige und robuste Photovoltaikanlagen frühzeitig abgebaut werden. Mit einer Petition wendet sich der Verein an die Bundesregierung, den wirtschaftlichen Weiterbetrieb der Anlagen sicherzustellen und die Vorgaben aus der EU-Richtlinie 2018/2001 zügig umzusetzen.

Kein Anspruch auf Abnahme und Vergütung

Hintergrund ist, dass nach den bisherigen gesetzlichen Regelungen in Deutschland Anlagenbetreiber nach EEG-Förderende keinen Anspruch auf Abnahme und Vergütung des erzeugten Stroms hätten. Die einzigen Möglichkeiten bestünde darin, den Strom vollständig selbst zu verbrauchen oder zu vermarkten. Beide Lösungen gehen laut SFV mit erheblichen Zusatzinvestitionen, erhöhten jährlichen Betriebskosten und damit zunehmenden Risiken einher. Für jede Kilowattstunde Solarstrom, die zur Eigenversorgung genutzt werde, müsse der Betreiber außerdem nach aktuellem Stand 40 % der EEG-Umlage zahlen.

SFV fordert Umsetzung von EU-Recht

Daher fordert der SFV in der Petition, dass die regulatorischen Rahmenbedingungen für den Weiterbetrieb (z. B. Messung) so einfach und kostengünstig wie möglich gestaltet werden. Außerdem müsse die EU-Richtlinie 2018/2001 zur Förderung Erneuerbarer Energien noch vor Jahresende 2020 in deutsches Recht umgesetzt werden und damit wichtige Grundvoraussetzungen für den Weiterbetrieb der Anlagen geschaffen werden. Dazu gehören:

  1. für netzeingespeisten Strom pro Kilowattstunde (unabhängig vom Alter der Anlage) mindestens den Börsenstrompreis auszuzahlen (Art. 21 Nr. 2d EU-RL),
  2. zusätzlich den langfristigen Wert des Solarstroms für das Netz, die Umwelt sowie die Gesellschaft bei der Festlegung der Einspeisevergütung zu berücksichtigen (Art. 21 Nr. 2d EU-RL),
  3. auf eigenverbrauchten und durch Dritte in örtlicher Umgebung zur Photovoltaikanlage genutzten Solarstrom keine Abgaben und Umlagen zu erheben. (Art. 21 Nr. 2 a ii, 4 u. 5 EU-RL)

Die Petition, zu der der SFV noch Unterstützer sucht, finden Sie hier.

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Diskussionen zum Artikel

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von Martin Hofmann

Diesmal waren es nicht die Grünen

Hier rächen sich die ständigen Anpassungen des EEG. Im urspünglichem Konzept war das EEG sinnvoll. Da aber die Industrie keine EEG-Umlage durch die Änderungen der GoKo bezahlen muß, geht die Rechnung nicht auf. Inzwischen ist Photvoltaikstrom günstiger als Kohle - oder Atomstrom. Lediglich durch Steuern und EEG-Umlage gerät das Konstrukt in Schieflage. Die Forderungen sind absolut in Ordnung. Abnahme des Stromes zu Marktpreisen und Befreiung von der EEG-Umlage für Eigenverbrauch.

von Hans-Paul Sierts

Solarenergie hat nach 20 Jahren offensichtlich keine Wirtschaftlichkeit zu erreicht

Sinn dieser 20-Jahres-Regelung war doch den "Erneuerbaren Energien" Entwicklungschancen zu geben und dazu Investitionen anzureizen. Finanziert und bezahlt (bei ordentlichen Renditen für Investoren und Fiskus) sind diese vor 20 Jahren gebauten Anlagen allemal. Zugezahlt haben Stromverbraucher die keine Anlagen betreiben konnten oder wollten. Sollen letztere dies nun weiter subventionieren? So ganz gerecht wäre das nicht oder? Sollte man dennoch über eine moderate Weiterförderung nachdenken bis zum technischen Ende der Anlagen? Das wäre dann ein mittelfristig günstige Form der Stromerzeugung und keine Verschwendung von Ressourcen durch verfrühte Verschrottung.

von Josef Doll

Daran sieht man

Es müssen immer mehr Windräder gebaut werden damit es Klappt mit der Energiewende so sagen es uns Schultze die Linken und die Grünen Landauf Landab . Es werden 40 Milliarden für verfrühte Stromabschaltung gezahlt. Wieso braucht man dann den Windstrom ?? Wenn 52 Gigawatt in den nächsten 20 Jahren nicht mehr gebraucht werden braucht man dann noch neue Windräder ?? Somit ist das ganze entlarvt ES geht nicht um CO2 sondern Um Mehr Geld und Gunststimmen oder . Denn die Grünen haben ja die Moral gepachtet ------ Denn wenn Sie wollen geht ohne Sie sonst nichts . Die CO2 Steuer musste um 10 auf 20€ verdoppelt werden sonst hätten Sie nicht zugestimmt . Das Sie das nicht wüssten können Sie wem erklären. Oder will man da gar die Regierung bei Gelegenheit wegen dieser Angelegenheit an den Pranger stellen ?? Spekulieren...…..

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