Streitthema

Pro und Contra: 1000 m Abstand von Windrädern zu Häusern? Premium

Wirtschaftsminister Peter Altmaier fordert 1000 m Abstand zwischen Wohnhäusern und Windparks. Die Regelung ist sehr umstritten.

Rund 1.100 Bürgerinitiativen gegen neue Windparks gibt es aktuell in Deutschland, meldet das Internetportal „Windwahn“. Dazu kommen Klagen gegen 325 Windturbinen mit 1000 Megawatt (MW) Leistung.

Trotzdem ist die Windenergie eine wichtige Stütze der Energiewende. Darum plant Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier mit einer Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) einen Spagat: Künftig sollen Windräder einen Abstand von 1.000 m selbst zu kleinen Siedlungen ab fünf Häusern einhalten. Damit will er Akzeptanz für mehr Windräder schaffen. Mit einer ähnlichen Begründung hatte der Freistaat Bayern im Jahr 2014 die 10-H-Regelung eingeführt, die einen Mindestabstand vorschreibt, der das Zehnfache der Anlagenhöhe umfasst. Bei einer Binnenlandanlage mit 200 m Gesamthöhe wären das 2.000 m.

Auf den ersten Blick leuchtet der Grund für die Abstandsregelung angesichts des starken Gegenwindes für die Technik ein. Allerdings ist die...

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Die umstrittene Regelung über einen pauschalen Abstand von 1000 m zwischen Windrädern und Wohnhäusern ist nach aktuellen Informationen in einer EEG-Novelle im Jahr 2020 geplant.

Der ehemalige Chef des Münchner ifo-Instituts Hans-Werner Sinn hat im Bayerischen Rundfunk das Klimapaket kritisiert. Dazu gibt es eine Gegenäußerung von Raimund Kamm, LEE Bayern.


Diskussionen zum Artikel

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von Reiner Matthes

Akzeptenz der Bevölkerung für Windenergie

kann man einfach erhöhen: In einem definierten Umkreis von z.B. 3 Kilometer rund um jede Windenergieanlage erhalten alle Anwohner den Strom z.B. zum halben Preis. Dies ist einfach begründbar und auch wirtschaftlich gerechtfertigt: 1. Für den lokalen Strom braucht es keine aufwendigen Überlandtrassen. 2. Die langen Überlandleitungen verursachen zusätzlich enorm hohe Stromverluste. Diese fallen bei lokal erzeugtem Strom auch nicht an. Und die neuen WEA produzieren für ca. 6 bis 7 Cent den Strom. Also sollte trotz der Gier der Energieversorger (=Netzbetreiber) ein Preis von 12 bis 15 Cent netto machbar sein.

von Christian Bothe

@Gerner

Wenn Sie schon den Duden bemühen dann aber bitte richtig!Da gibt‘s nämlich noch eine weitere Bedeutung!Also richtig lesen und dann kommentieren...

von Andreas Gerner

@Bothe

Danke! Dadurch dass Sie wiederholt das tückische Wörtchen "scheinbar" falsch verwendeten, haben Sie mir schon wieder recht gegeben. -------------------------------------------------------------------------------------------------- Spaß beiseite: --------- 1. Kein Argument sollte schwerer wiegen, als Wissenschaft, also halten Sie mir das bitte nicht vor.------------------ 2. Das ist ja auch keineswegs das einzige Argument pro Wind. Ich kann da gern auch Umfragen, Trends, Statistiken, die Physik, die Mathematik oder ganz profan die Bewertungen unter Ihren und meinen Kommentaren in die Waagschale werfen. Was darf´s denn sein?------------------- 3. Logisch, dass eine dezentrale Form der Energieerzeugung mit obendrein den höchsten Zuwachsraten (also folglich den meisten Bauprojekten) auch die höchste Zahl von Bürgerinitiativen gegen sich hat. Aus der nackten Zahl können auch nur Sie folgern, dass Wind unbeliebter wäre, als beispielsweise Ihre hochgelobten AKWs. -------------------- 4. Von unnötig kann keine Rede sein. Für den Strommix der Zukunft ist (neben anderen Dingen)Windkraftausbau nötig, weil Wind die günstigste Energie ist und obendrein kaum Flächen verbraucht. ---------------------- 5. Was soll bitte am BImSchG überholt sein? Es ist bewährt und nach wie vor das Regelwerk nach wissenschaftlichem Stand. Es schützt die Interessen(insbesondere die Gesundheit) jedes einzelnen Bürgers in Deutschland. Oder hat sich etwa die Physik von gestern auf heute geändert?

von Christian Bothe

@Gerner

Sie und Ihre wissenschaftlichen Beweisführungen.Warum gibt‘s dann über 1100 BI und diverse andere Klagen gegen diese unnötigen Windmühlen????Scheinbar ist das BlmschG überholt und nur im Interesse einiger weniger...

von Andreas Gerner

Pauschaler Abstand nicht Situationsangemessen. Warum will es Altmaier trotzdem?

Pauschale 1000 m oder auch das in Bayern geltende 10H (10fache Gesamthöhe der Anlage ist Abstand, also heute ca 2000m!) sind in der Praxis für den Anwohner ungerecht. Beispiel: wird ein Dorf ringsherum mit 15 Anlagen umzingelt, die alle gerade so mindestens 1000m Abstand haben, wäre das erlaubt. Wird dagegen ein einziges (Bürger-)Windrad 999 m auf der windabgewandten Seite des Dorfes geplant und ist sogar noch ein Wald dazwischen, wird das verboten. SO SCHÜTZT MAN NICHT DIE BEVÖLKERUNG, SONDERN die Interessen der gierigen vier ENERGIEKONZERNE! ----------------------------------- Das bestehende Regelwerk BImSchG bewertet dagegen fair und präzise die tatsächliche Einwirkung (laute Windräder müssen weiter weg, besonders leise dürfen näher ran; viele Windräder müssen weiter weg, einzelne dürfen näher ran; Hauptwindrichtung und natürliche Gegebenheiten wie Vorbelastung, Geländeform und Wald werden berücksichtigt.) und beruht auf wissenschaftlichen Ergebnissen, wie viel Schattenwurf, Lärm usw. für einen Menschen nachweislich unschädlich sind. --------------------------------- Warum also zusätzlich pauschale Sperrzonen, die wissenschaftlich nicht begründbar sind? Weil es den Konzernen die exorbitanten Gewinne sichert. Oder anders gesagt: Altmaier entlarvt sich selbst.

von Gerd Schuette

Das Fazit passt und deshalb sollte es pauschale Abstände nicht geben. Wir haben Möglichkeiten Schattenwurf, Geräuschentwicklung und anderes im voraus zu berechnen und sollten dieses nutzen und nicht populistischen Forderungen nach pauschalen Abständen nachgeben.

von Christian Bothe

Windmühlen

Das Fazit ist toll und genauso sollte es sein!!!!

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