Riesiger Batteriespeicher stabilisiert Stromnetz

Der bislang größte Batteriespeicher Sachsens auf Basis von Lithium-Ionen ist gestern in Chemnitz offiziell eingeweiht worden. Er liefert Regelenergie, um Netzschwankungen auszugleichen.

27 Meter lang, 27 Meter breit und 8 Meter hoch ist das Gebäude, das den riesigen Batteriespeicher in Chemnitz (Sachsen) beherbergt. Der Speicher, den die Thüga Erneuerbare Energien GmbH & Co. KG und der Energiedienstleister „Energie in Sachsen“ (Eins) gemeinsam betreiben, hat eine Kapazität von 15,9 Megawatt (MW) und besteht aus 4008 Batteriemodulen von Samsung SDI mit Lithium-Ionen-Technik. Er spart jährlich rund 46.000 Tonnen Kohlendioxid ein, die sonst in einem konventionellen Kraftwerk anfallen würden. Die Anlage ist die größte ihrer Art in Sachsen.

Der Speicher soll Netzschwankungen ausgleichen. Diese können entstehen, wenn zum Beispiel Photovoltaik- und Windenergieanlagen Strom erzeugen, dieser aber im Netz nicht abgenommen und verbraucht wird. Dieses Ungleichgewicht wirkt sich auf die Frequenz im Stromnetz aus. „Konventionelle Kraftwerke benötigen je nach Art oft mehrere Minuten, um hoch- oder runterzufahren. Unser Batteriespeicher hingegen kann seine volle Leistung in wenigen Sekunden abrufen. Damit ist der Batteriespeicher optimal dafür geeignet, um Schwankungen im Stromnetz auszugleichen“, betont Roland Warner, Vorsitzender der Eins-Geschäftsführung.

Der Batteriespeicher Chemnitz ist von den Übertragungsnetzbetreibern für das Bereitstellen von Primärregelleistung (PRL) präqualifiziert und bietet bereits seit 17. Juli diese Leistung am Markt an. Aktuell werden wöchentlich ca. 1.400 Megawatt PRL ausgeschrieben (Kopplung der Märkte von Deutschland, Belgien, Niederlande, Frankreich, Schweiz und Österreich). Der Batteriespeicher Chemnitz kann knapp ein Prozent davon zur Verfügung stellen.

Die Gesamtkosten für die Errichtung der Anlage betragen rund zehn Millionen Euro. Der Batteriespeicher wird durch das Sächsische Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr mit Mitteln des europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) in Höhe von einer Million Euro gefördert. Die Belectric GmbH wurde als Generalauftragnehmer für den Bau des Batteriespeichers beauftragt. Eins wird die kaufmännische und technische Betriebsführung übernehmen und sich um die Vermarktung der Energieleistung kümmern.


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