Schleswig-Holstein: Vollversorgung mit Ökostrom

Schleswig-Holstein hat im Jahr 2015 nach ersten Schätzungen erstmals mehr Strom aus Biomasse, Wind- und Solarenergie erzeugt als das Land benötigt. Energieminister Habeck warnt die Bundesregierung vor dem Abwürgen der Energiewende.

Schleswig-Holstein hat rechnerisch die Vollversorgung mit erneuerbaren Energien geschafft. Das Land erzeugte im Jahr 2015 nach ersten Hochrechnungen erstmals mehr Strom mit Windrädern, Biogasanlagen und Photovoltaikmodulen, als die Verbraucher benötigen. Im Jahr 2014 lag der Ökostromanteil am Bruttostromverbrauch noch bei 78 Prozent. Bei der Wärmeversorgung erreichte Schleswig-Holstein einen Anteil von 14 %. Diese Zahlen präsentierte Energiewendeminister Robert Habeck anlässlich der Messe NewEnergy Husum, die heute beginnt und bis zum 20. März 2016 läuft.

Der Anteil der erneuerbaren Energien liegt in Schleswig-Holstein deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Insgesamt kommt das Land bei Strom, Wärme und Mobilität zusammengenommen auf 24 %. Deutschlandweit liegt dieser Anteil bei 14 %. Biomasse machte dabei 46 Prozent aus, auf Windenergie fiel ein Anteil von rund 44 Prozent, die restlichen zehn Prozent steuerten Solarenergie, Geothermie und Wasserkraft bei.

Die Auswertung des Statistikamtes zeigt auch erstmals, dass Ende 2014 in Schleswig-Holstein rund 200 Klein-Windkraftanlagen (bis 50 Kilowatt Leistung) mit einer Gesamtleistung von rund 2 Megawatt installiert waren. Damit liegt die durchschnittliche Leistung dieser Anlagen bei 10 Kilowatt.
Laut Habeck leistet Schleswig-Holstein einen wichtigen Beitrag zum Umbau der bundesweiten Energieversorgung. Er warnte aber vor den Plänen der Bundesregierung, den Ausbau der Erneuerbaren Energien noch stärker zu begrenzen. Mit ihren Plänen für das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) würde sie fünf Jahre nach dem Reaktorunfall in Fukushima mit Wind an Land die günstigste Form der Erneuerbaren abwürgen. Die vorgeschlagene Sonderregelung für Bürgerenergie biete keine Lösung für die wesentlichen Probleme, die Bürgerenergieprojekte mit Ausschreibungen hätten. Denn das Preis- und das Zuschlagsrisiko blieben bestehen.  

Während der viertägigen Messe können sich die Besucher über Erneuerbare Energien, Energieeffizienz, Energiespeicherung und Elektromobilität informieren. So gibt es u.a. die zwei Fachforen „Instrumente für kommunales Energie- und Klimaschutzmanagement“ und „Nahwäme 4.0“. Außerdem informieren Veranstaltungen über die Energiespeicherinitiative Schleswig-Holstein, Elektromobilität oder der Rolle der Bioenergie.


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