Aus der Wirtschaft

Solarparks

Solarstrom von Problemflächen

Immer noch gibt es Konversionsflächen, die sich für die Solarstromproduktion eignen. Ein Beispiel ist das ehemalige Kaliwerk Bockenem in Niedersachsen.

Wenn Deutschland seine erklärten Klimaziele in der vorgesehenen Zeit erreichen will, muss in der Energiepolitik umgesteuert werden. „Hierfür ist ein Ausbau der Solarenergie ist dringend geboten. Vor allem, weil die Nutzung von Windenergie zunehmend auf öffentlichen Widerstand stößt“, sagt Thomas Schoy, Geschäftsführer des Privaten Instituts aus München, das sich auf Investitionen im Solarbereich spezialisiert hat. Das Private Institut nutzt dafür Brach- oder Problemflächen, die nicht (mehr) anderweitig genutzt werden. Oftmals handelt es sich um „Schandflecke“, die in praktisch jeder ländlichen Gemeinde oder Stadt zu finden sind. Ehemalige Betriebsgelände mit maroder Bebauung, aufgelassene Bergwerke oder auch einstmals militärisch genutzte Flächen, für deren Sanierung kein Geld zur Verfügung steht und die aufgrund verschiedenster Belastungen auch keiner anderen Verwendung zugeführt werden können.

Beispiel Kaliwerk Bockenem/Königsdahlum

Im Gemeindegebiet von Königsdahlum, einem Stadtteil des niedersächsischen Bockenem zwischen Hildesheim und Goslar befindet sich das ehemalige Kaliwerk Hermann II. Dieses wurde im Jahr 1896 mit ersten Bohrungen auf Kalisalz in 733 Metern Tiefe eingerichtet, aber bereits im Jahr 1924 aufgrund wirtschaftlicher Probleme wieder aufgegeben.

Das rund fünf Hektar große Werksgelände ist einerseits aufgrund der früheren Nutzung mit aromatischen Kohlenwasserstoffen und Schwermetallen kontaminiert und muss andererseits gesichert bleiben, weil nach wie vor eine Schachtanlage auf dem Gelände vorhanden ist, und darf ebenso wenig überbaut werden.

Auf diesem Gelände hat das Private Institut nun als Alternativnutzung die Genehmigung für eine Solaranlage erhalten, die eine Gesamtleistung von rund 750 kW haben soll.

Vorteile für alle Beteiligten

Im Rahmen sogenannter einzelunternehmerischer Investments mietet oder erwirbt das Private Institut entsprechende Grundstücke, beseitigt die Schandflecke durch Abbruch oder Umwidmung und errichtet auf den freigewordenen Flächen eine Solaranlage. „Für die Grundstückseigner erfolgt diese Umwandlung ohne jegliche Kostenbelastung, im Gegenteil – sie erzielen Mieteinkünfte oder Verkaufserlöse“, sagt Schoy. Für die Gemeinden wiederum fallen aufgrund des besonderen Betreiberkonzepts des Privaten Instituts Gewerbesteuereinnahmen an.

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