Power-to-Gas

Synthetisches Gas als Stromspeicher

Mit der Umwandlung von Strom in Methan kann die Versorgung mit erneuerbaren Energien im Winter gelingen, zeigen Wissenschaftler aus der Schweiz.

Bei der Umstellung unseres Energiesystems auf rein erneuerbare Energiequellen gibt es große Herausforderungen: Die Versorgungslücke im Winter sowie die Umstellung des Langstrecken-, Schwer- und Flugverkehrs auf erneuerbare Treibstoffe. Die Umwandlung von überschüssigem Sommerstrom in synthetisches Gas biete dafür eine Lösung, zeigt ein Forschungsprojekt der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) aus der Schweiz. Dabei geht es um die Herstellung von synthetischem Methan.

Bestehende Transportwege nutzen

Synthetisches Methan kann aus erneuerbarem Strom und Kohlendioxid (CO2) hergestellt und über das Gasnetz international transportiert werden. Die Infrastruktur dazu ist vorhanden, ebenso die Handelsmechanismen, die Normen und das Expertenwissen, erklärt die Empa. Damit ist es eine von wenigen Optionen für die Versorgung mit erneuerbarer Energie im Winterhalbjahr. Zudem kann es in verflüssigter Form als Alternative zu Diesel im Langstreckengüterverkehr eingesetzt werden, und es ermöglicht eine energetische Kopplung der Strom-, Wärme- und Verkehrssektoren. Die Forschung zur Herstellung von synthetischem Methan dient ausserdem als Grundlage zur Entwicklung von synthetischem Kerosin, das künftig einen CO2-neutralen Flugverkehr ermöglichen soll.

Die Erarbeitung belastbarer energetischer und wirtschaftlicher Daten in diesem Umfeld sei deshalb auch ein Schwerpunkt des Vorhabens, betont Brigitte Buchmann, Mitglied der Empa-Direktion und strategisch verantwortlich für das Projekt. „Das Projektkonsortium besteht aus Partnern, die die gesamte energetische, technische und wirtschaftliche Wertschöpfungskette abdecken, also von Forschenden der Empa über Energieversorger, Tankstellen- und Fuhrparkbetreibern bis hin zu Industriepartnern im Technologie- und Anlagenbereich.“

Empa-Tankstelle mit synthetischem Methan

Ziel des Projekts „move“ ist es, den Mobilitätsdemonstrator der Empa, in dem bereits Projekte zur Elektro- und Wasserstoffmobilität laufen, bis 2021 mit einer Produktionsanlage für synthetisches Methan zu erweitern. An der angeschlossenen Tankstelle sollen dann Lastwagen eines Projektpartners mit CO2-neutralem, synthetischem Methan betankt werden. Zu dessen Herstellung kommt ein an der Empa entwickeltes Verfahren zum Einsatz. Parallel dazu sollen Kostenstrukturen untersucht und Wirtschaftlichkeitsmodelle entwickelt werden, die als Grundlage für Entscheidungsträger zur Ausgestaltung von Rahmenbedingungen der künftigen post-fossilen Mobilität dienen können.

Die Redaktion empfiehlt

Der Energieversorger Limeco errichtet in Dietikon (Schweiz) eine Power-to-Gas-Anlage, bei der Wasserstoff mikrobiologisch zu Methan umgewandelt wird.

Verkehrswende

Shell setzt auf Bio-LNG

vor von Hinrich Neumann

Der Mineralölkonzern konzentriert sich zunehmend auf alternative Kraftstoffe und plant mehrere Gasverflüssigungsanlagen in Deutschland.

Am 29. Mai veranstaltet der C.A.R.M.E.N. e.V. mit dem Fachverband Biogas e.V. und der MicroPyros GmbH ein Fachgespräch zur biologischen Methanisierung in Power-to-Gas-Anlagen.


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich anmelden um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Kommentar melden

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Auf Kommentar antworten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen