Waldschäden

Aufbau klimastabiler Wälder: Hessen-Forst stellt Nachhaltigkeitsbericht vor

Hessens Umweltstaatssekretärin Dr. Beatrix Tappeser und Forstbetriebsleiter Michael Gerst haben den Nachhaltigkeitsbericht Wald vorgestellt. Ziel sind klimastabile Wälder...

2018 war für den Landesbetrieb Hessen-Forst ein besonders herausforderndes Jahr: Sturm, Dürre und absterbende Waldbestände bestimmten das Handeln. Trotzdem konnten habe man auch 2018 viele Maßnahmen umsetzen können, die die Wälder zukunftssicherer machen, Klimastabilität und Biodiversität fördern, erklärten Staatssekretärin Dr. Beatrix Tappeser und Landesbetriebsleiter Michael Gerst bei der Vorstellung des Nachhaltigkeitsberichtes des Landesbetriebs Hessen-Forst im Forstamt Wiesbaden-Chausseehaus.

Die Staatssekretärin erinnerte an den 12-Punkte-Plan, mit dem das Land aldbesitzer sowie den Landesbetrieb Hessen-Forst bei der Aufforstung der Wälder unterstütze.

Im Jahr 2018 wurden im hessischen Staatswald rund 2,85 Millionen Festmeter Holz geerntet, deutlich mehr als in Normaljahren. Grund waren die großen Sturm- und Käferschäden. Trotz enormer Anstrengungen bei den Beseitigungen der Waldschäden legten die Forstleute Wert auf die Entwicklung des Staatswaldes.

Landesbetriebsleiter Michael Gerst stellte fest: „685.000 neue Bäume haben wir 2018 gepflanzt. Zudem auf 2.500 ha junge Wälder gepflegt, damit sich klimastabile Waldbestände entwickeln können und zukunftsfähige Baumartenmischungen erhalten und gefördert werden. Denn es geht darum, alle Waldfunktionen gleichermaßen und auf Dauer zu sichern.“ Zwar konnten weniger Bäume als in normalen Jahren gepflanzt werden. Die Pflanzungen sollen aber bei ausreichend feuchten Böden nachgeholt werden.

Auch Waldbrände stellten den Landesbetrieb vor Herausforderungen: Die außergewöhnliche Sommertrockenheit führte 2018 mit Schwerpunkt in Südhessen zu einer ungewöhnlich großen Anzahl von Waldbränden. Insgesamt 139 Waldbrände mit einer Schadensfläche von 15,3 ha wurden verzeichnet. Damit lag die Anzahl der Waldbrände bei knapp dem Vierfachen gegenüber normalen Jahren.

Tappeser betonte, dass die Landesregierung gezielt Ressourcen im Wald für den Naturschutz einsetze, zur ökologischen Aufwertung von Waldwiesen und Gewässern oder zum Schutz seltener Vogelarten vor Beutetieren. In der Richtlinie für die Bewirtschaftung des Hessischen Staatswaldes (RiBeS 2018) wurden Klimaschutz, Erhalt der Biodiversität und der Aufbau stabiler Mischwälder als prioritäre Ziele festgeschrieben. Seit Anfang 2019 werden 10 % des Hessischen Staatswaldes nicht mehr bewirtschaftet. In diesen Naturwäldern können sich viele Tier- und Pflanzenarten frei entfalten.

Fakten zum Geschäftsjahr 2018 – Staatswald

  • 685.000 junge Bäume gepflanzt
  • 2.500 Hektar gepflegt
  • 2,85 Mio. Kubikmeter Holz geerntet (Planmäßige Erntemenge wegen Sturm, Trockenheit und Käferbefall um 35% überschritten)
  • 112 Windenergieanlagen im Betrieb
  • 135.000 Teilnehmer bei Waldpädagogik-Angeboten

Für den gesamten Landesbetrieb Hessen-Forst:

  • Jahresergebnis (GuV): 5 Millionen Euro
  • Betreute Körperschaftswaldbetriebe: 437 Kommunalwaldbetriebe und 302 Gemeinschaftswaldbetriebe
  • 2.036 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, 124 in Ausbildung

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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