Freud und Leid

Seltener Plattnasen-Holzrüssler beweist, dass Eichen absterben

Dass der seltene Plattnasen-Holzrüssler seine Heimat in alten absterbenden Eichenwäldern verlassen hat und nun auch in der Döberitzer Heide genug passende Bäume findet, ist ein Alarmsignal.

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In der Döberitzer Heide bei Berlin hat ein Biologe den seltenen Plattnasen-Holzrüssler entdfeckt. Der Rüsselkäfer steht auf der Liste der gefährdeten Tier- und Pflanzenarten.

Das Tier kommt nur in sehr alten Eichenwäldern und in wärmeren Regionen Deutschlands vor. Das Insekt gehört zu den Urwaldreliktarten und lebt auf absterbenden Eichen. Dort legt es seine Eier ab, seine Larven fressen dann das weiche Material des morschen Holzes. Deshalb kommt er meist nur in naturnahen Wäldern vor, in denen Hunderte Jahre alte Eichen stehen und deren Totholz im Wald verbleibt.

Und das ist auch der Grund, warum die Freude über den Fund getrübt ist. Denn dass er nun bei Berlin gefunden wurde zeigt, dass er sich offenbar gut vermehrt haben muss. Und das deutet darauf hin, dass er auch in der Region passende Wälder mit absterbenden Eichen findet. Forscher mahnen daher, dass es unseren Bäumen weiterhin so schlecht geht, dass sie absterben.

Das Auftauchen der Käfer könnte ein kurzzeitiges Aufflackern ihrer Bestände sein, weil viele Bäume durch Dürre und Hitze der vergangenen Jahre gestresst seien. Der Klimawandel würde dem deutschen Wald zusetzen. Seien die Bäume aber einmal abgestorben , würden auch diese Insekten wieder verschwinden.

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