Dank an Jäger

Streckenrekord bei Schwarzwild-Bejagung in Mecklenburg-Vorpommern

Die Aufforderung der Regierung MV, dass die Jäger zur ASP-Bekämpfung intensiv Wildschweine bejagen sollen, hat gefruchtet. Die Zahlen und alle weiteren Streckenmeldungen des Landes finden Sie hier.

Die Schwarzwildstrecke im Jagdjahr 2020/21 übersteigt mit 106.803 Stück das vorhergehende Rekordjahr 2019/2020 mit 96.559 Stücken Schwarzwild um rund 10.000 Stück. Damit wurde abermals ein Rekord­ergebnis im Land Mecklenburg-Vorpommern erzielt, teilt Agrar- und Umweltminister Dr. Till Backhaus mit.

„Die hohen Streckenergebnisse in den zurückliegenden Jahren sind auf jeden Fall im Zusammenhang mit der Vorbeugung der Afrikanischen Schweinepest zu sehen", lobt Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus. Deswegen habe er die sogenannte Pürzelprämie eingeführt. "Mit dieser finanziellen Unterstützung wollen wir auch weiterhin motivieren, bei der Jagd auf das Schwarzwild nicht nachzulassen. Die Prämien für das vergangene Jagdjahr können nun auch zeitnah ausgezahlt werden“, so Minister Backhaus.

Vom Ausgangsjahr 2016/2017, vor Einführung der Pürzelprämie, mit einem Gesamtabschuss von 60.764 Stück Schwarzwild (= 100 %) wurden im Jagdjahr 2017/2018 42 %, im Jagdjahr 2018/2019 20 %, im Jagdjahr 2019/2020 59 % und im Jagdjahr 2020/2021 sogar 76 % mehr Schwarzwild geschossen. „Die Pürzelprämie hat damit die erwünschte Anreizwirkung entfaltet“, so Backhaus.

Die Rehwildstrecke weist mit 59.900 Stück weist einen Rückgang von rd. 2.100 Stück im Vergleich zum Vorjahr auf; zeigt aber dennoch ein steigendes Niveau der Vorjahre. Der Jahresabschuss Rehwild im Jagdjahr 2020/2021 liegt mit 3.097 Stück über dem 10-Jahresmittelwert.

Weitere Steckenergebnisse:

Schalenwild:

In Mecklenburg-Vorpommern wurden im Jagdjahr 2020/21 insgesamt 187.362 Stück Schalenwild (incl. Fallwild) erlegt. Das Streckenergebnis ist mit rd. 6.000 Stücken Schalenwild höher als im Vorjahr. Die Abschusszahlen befinden sich im Verhältnis zum Durschnitt der letzten 10 Jahre weiterhin auf sehr hohem Niveau. Sie liegen rund 41.000 Stück über dem 10-Jahresmittelwert.

Beim Rotwild wurden im abgelaufenen Jagdjahr 7.991 Stück erlegt. Dieser Wert liegt mit 310 Stück über dem Durchschnitt der vergangenen 10 Jahre (7.681 Stück). Es zeigt sich in den vergangenen 6 Jahren eine deutliche Streckenzunahme.

Beim Damwild wurde ein Streckenergebnis von 12.730 Stück erzielt; das sind zwar rd. 1.900 Stück weniger als im vergangenen Jagdjahr, dennoch der Gesamtabschuss beim Damwild noch leicht (172 Stück) über dem 10-Jahresmittelwert.

Muffelwild spielt in Mecklenburg-Vorpommern nach wie vor eine nur untergeordnete Rolle. Nach dem Streckenanstieg der vergangenen 5 Jahren ist jedoch ein deutlicher Rückgang der Jagdstrecke zu verzeichnen. Es wurden 298 Stück erlegt.

Raubwild:

Beim Raubwild wirkten sich die Krankheitsverläufe von Räude, Staupe und Parvovirose in den Jahren von 2009 bis 2012 deutlich aus. Die Streckenergebnisse von 2011/12 mit den geringsten Strecken beim Fuchs, Waschbär und Marderhund sind im Jagdjahr 2020/21 wieder deutlich gestiegen. So wurden beispielsweise mit 21.981 Füchsen, 7.067 Marderhunden und 20.837 Waschbären wieder z. T. deutlich höhere Strecken als in den vergangenen Jahren erzielt. Beim Waschbär ist ein stetiger Anstieg der Strecke zu verzeichnen. In den letzten Jahren gab es hier von Jahr zu Jahr einen überdurchschnittlichen Streckenanstieg.

Niederwild (außer Rehwild):

Die Strecke beim Feldhasen (1.098 Stück) ist leicht gesunken. Beim Wildkaninchen (83 Stück) liegt die Strecke unter dem Durchschnitt der letzten 10 Jahre. Die Bestände bewegen sich insgesamt auf sehr niedrigem Niveau.

Die Zahlen der erlegten Wildgänse (2.027Stück) und Wildenten (5765 Stück) liegen auf ca. gleichem Niveau des letzten Jahres.

Neue Wildarten

Gemäß § 26 Absatz 2 des Landesjagdgesetzes wird die oberste Jagdbehörde ermächtigt, durch Rechtsverordnung weitere Tierarten zu bestimmen, die dem Jagdrecht unterliegen, soweit die Erhaltung eines artenreichen, den landschaftlichen und landeskulturellen Verhältnissen angepassten Wildbestandes oder die Sicherung einer Lebensgrundlage es erfordern. Zum 1. September 2017 sowie zum 1. April 2020 wurde von dieser rechtlichen Möglichkeit Gebrauch gemacht und weitere Tierarten dem Jagdrecht unterstellt.

Aus den vorgenannten Gründen wurden die Tierarten Nebelkrähe, Rabenkrähe, Elster, Nilgans, Nutria und Nandu dem Jagdrecht unterstellt.

Die reguläre Jagdausübung auf Rabenvögel ist gegenüber dem bisherigen Verfahren der Einzelgenehmigung ein geeigneteres Verfahren, Wildschaden und Prädation am Niederwild wirksam zu verhindern. Eine Bestandsgefährdung durch Bejagung ist aufgrund der stabilen Bestandssituationen und der gesetzlichen Hegeverpflichtung ausgeschlossen. Den Belangen des Artenschutzes wird dadurch in ausreichendem Maße Rechnung getragen. Aus diesen Gründen erhalten Nebelkrähe, Rabenkrähe und Elster jeweils eine begrenzte Jagdzeit vom 1. August bis 20. Februar und die Nilgans eine Jagdzeit vom 1. August bis 15. Januar. Die Nutria erhält eine ganzjährige Jagdzeit. Bis zum Selbstständig Werden der Jungtiere (1. März bis 31. August) dürfen die zur Aufzucht notwendigen Elterntiere nicht bejagt werden.

Die Jagdstrecke bei diesen Wildarten hat sich im Jagdjahr 2020/21 im Verhältnis zum Vorjahr geringfügig erhöht. Das zeigt, dass sich bei den Jägern des Landes die Möglichkeit der Bejagung dieser Wildarten mit hohem Niveau etabliert hat.

Nach Aufnahme des Nandus in das Jagdrecht wurden im Jagdjahr 2020/2021 erstmals 152 Küken und Jährlinge sowie 29 adulte Nandu im Landkreis NWM erlegt. Das Landkreis NWM ist das einzige Verbreitungsgebiet im Land.

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