Thüringen

Tierschützer erwirken Rücknahme der Abschussgenehmigung für Ohrdrufer Wolf

Nabu und BUND haben mit der Androhung, gegen den Wolfsabschuss in Ohdruf vor Gericht zu ziehen, Erfolg. Das Ministerium zog die Erlaubnis freiwillig zurück, der Herdenschutz funktioniere ja.

Das Thüringer Umweltministerium teilt mit, dass die Ohrdrufer Wölfin nun doch nicht mehr getötet werden darf. Die Abschussgenehmigung hat das Ministerium freiwillig zurückgenommen, nachdem die Naturschutzorganisationen Nabu und BUND vor das Verwaltungsgericht Gera gezogen sind. Nächste Woche sollte die Verhandlung starten, erfuhr der MDR.

Das Ministerium argumentiere nun, dass die Genehmigung nicht mehr verhältnismäßig sei. Laut Umweltstaatssekretär Olaf Möller würden die Herdenschutzmaßnahmen ohnehin wirken. Durch Schutzzäune, Beratungen und ein Herdenschutzhund-Projekt sei die Zahl der Übergriffe laut Möller deutlich gesunken. Wenn sich die Situationen wieder ändern sollte, müsse man neu bewerten.

Bestätigt sehen sich die Naturschützer. Laut Martin Schmidt, Vorsitzender des Nabu Thüringen, zeige das Beispiel, dass konsequent umgesetzter Herdenschutz erfolgreich sein kann. Und Burkhard Vogel, Geschäftsführer des BUND Thüringen, sagte dem Sender, mittlerweile seien gute Voraussetzungen geschaffen worden, um eine Koexistenz von Schaf und Wolf zu ermöglichen.

Die Abschussgenehmigung war bereits seit Juli 2020 ausgesetzt. Das hatte damals das Thüringer Oberverwaltungsgericht in Weimar beschlossen. Die Genehmigung zum Abschuss sei "höchstwahrscheinlich rechtswidrig", weil sie ausschließlich Belange des Artenschutzes berücksichtige, so das Gericht im Sommer.