Waldschäden

Wolfgang Frh. von Wolff-Metternich forstet mit System wieder auf Plus

Gut Maygadessen in Höxter-Godelheim hat mehr als ein Drittel seiner Bestände verloren. Wir haben uns angesehen, wie es dort weitergeht. Ein wichtiges Element ist die intensive Jagd.

Caroline von Wolff-Metternich tritt den Boden rund um die frisch gepflanzte Roteiche an. Zusammen mit zwei weiteren pflanzt die Forstwissenschafts-Studentin im Regen dieses Frühjahrs junge Bäume auf einer riesigen, geräumten Windwurffläche.

Wir sind mit ihrem Vater, Wolfgang Freiherr von Wolff-Metternich, unterwegs. Er bewirtschaftet das Gut Maygadessen in Höxter-Godelheim, unter anderem mit 350 ha Wald, und betreut drei weitere Forstreviere für deren Besitzer.

Der eigene Wald ist der Betriebsschwerpunkt, die Ackerflächen des Guts sind verpachtet. Die ganze Familie zieht mit. Sohn Leopold – gelernter Landwirt – ist voll mit im Betrieb. Die Gegend ist recht hügelig, der Boden wechselt von Muschelkalk mit dünner Auflage bis zu tiefgründigeren Lößstandorten (bis zu 1,20 m). Durch den Regenschatten des Eggegebirges liegt der mittlere Jahresniederschlag bei 750 mm.

Wenn man sieht, wie sich Wolfgang von Wolff-Metternich bei unserem Termin um einzelne umgedrückte junge Pflanzen kümmert, wie er quasi jeden Baum kennt, dann kann man ermessen, was die letzten Jahre mit dem Förster gemacht haben. Innerhalb dieser Zeit hat er gut ein Drittel seiner Bestände verloren – vor allem Fichte durch Sturm und Borkenkäfer sowie vor allem ältere Buchen durch die Dürre.

Riesiger Windwurf

Es begann mit dem Orkantief Friederike am 18. Januar 2018, auf den Tag genau elf Jahre nach dem Orkan Kyrill. Das Gut der Familie lag in der Hauptwindschneise, nachmittags um 14 Uhr schlug Friederike zu.

„Innerhalb einer Stunde warf der Sturm 15 000 fm Fichtenholz zu Boden“, erinnert sich Wolfgang von Wolff-Metternich. Der Fichtenanteil betrug bis zu diesem Tag rund 30 %. Die Bäume waren 40 bis 70 Jahre alt und in ihrer höchsten Produktivität. Die Bestände waren gesund und gut durchforstet.

An vielen anderen Stellen hat der 59-jährige Betriebsleiter, der seit Langem auch in der Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft (ANW) aktiv ist, bereits stabilere Waldkonzepte umgesetzt. Bei einem Praktikum vor jetzt über 30 Jahren lernte Wolfgang von Wolff-Metternich einen Betrieb mit natur­gemäßer Waldbewirtschaftung kennen und war von dem Konzept direkt begeistert. „Wir hatten hier immer schon Kalamitäten und kaum Zeit, uns wirklich auf die Forstwirtschaft zu konzentrieren. Ich wollte mich künftig um Einzelindividuen kümmern. Also genau erkennen, was braucht der Baum gerade und wann ist er reif.“ Aber die von seinen Vorgängern gepflanzten Fichten sollten natürlich noch ihre Hiebsreife erreichen. Bis Friederike kam.

Wenn so ein Sturm so zuschlägt – was macht das mit einem? „Es ist ein ganz unwirtliches Gefühl, es macht einen ohnmächtig“, fasst der Förster zusammen. „Nach dem Sturm haben haben wir uns mit einer Drohne zunächst einen Überblick verschafft. Der Forstlohnunternehmer, bei dem übrigens mein Sohn einige Jahre als Fahrer gearbeitet hat, räumte zuerst die Wege mit dem Harvester.“

Der wirtschaftliche Schaden hielt sich bei der ersten Kalamität noch in Grenzen. Denn in der Zeit nach Friederike waren die Holzpreise noch hoch und das Gut Maygadessen konnte das meiste frische Sturmholz als Sägeholz für anfänglich bis zu 95 €/fm absetzen. Das sollte sich bei den folgenden Kalamitäten – Käfer und Dürre – ändern.

Es ist nicht zynisch, wenn Wolfgang von Wolff-Metternich sagt, dass es gut war, wenn Friederike so viel Holz gemacht hat. Denn in der Folge fielen durch Trockenheit und Käferbefall weitere 10.000 fm an. Zuerst ließ sich das Holz im Export nach China noch losschlagen. Für 40 bis 50 €/fm. Doch bei unserem ersten Besuch kommt die Coronakrise gerade in Gang und würgt auch diesen Absatzweg komplett ab. Mittlerweile gibt es keine grüne Fichte mehr. Die ursprünglichen 75 ha haben sich „aufgelöst“.

Buchenschäden durch Dürre

Im Herbst des Trockenjahres 2018 zeigten sich auch die ersten Buchenschäden. Einige Kronen waren verlichtet, aber die meisten Bäume hatten durch das nasse...


Diskussionen zum Artikel

von Gerhard Steffek

Der Wald ist in höchster Not, -

und das müsste doch eigentlich in den Amtsstuben angekommen sein… __ __ Selbst wenn, was hilft es wenn dann der entsprechende Bürohengst nicht mit entsprechend gesundem Menschenverstand gesegnet ist, weil dieser vor dem Amt abzulegen ist?

von Gerhard Steffek

Bäume pflanzen!!!

Der Job wäre doch etwas für die 3F-Kids. Dann wären sie wenigstens einmal sinnvoll untergebracht und täten wirklich was für das Klima. Und das nicht nur einfach, sondern gleich in mehrfacher Hinsicht. Schließlich könnten sie dann gleich mal das Handy weglassen (kein Stromverbrauch) ... mehr anzeigen

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