Interview

Mut muss man freischaufeln Plus

Frau Körkel, wie wird man zur Mut-Botschafterin?

Körkel: Mein Weg hat mich dazu gemacht. Nach der Geburt meiner Tochter war mir schnell klar, dass ich nicht alleine zu Hause sitzen, sondern etwas machen wollte. Zuvor war ich Angestellte, aber die Geflügelhaltung hat mich schon immer gereizt. Nur konnte ich mich auf dem Hof nicht wirklich frei und selbstbestimmt verwirklichen. Meine Schwiegereltern sind jung, wir übernehmen den Hof erst in 10 bis 15 Jahren. Ich wollte aber etwas wirklich Eigenes haben. Deshalb sind die Masthähnchen nicht an den Betrieb gekoppelt, sondern ein eigenes Unternehmen. Da redet mir keiner rein. Viele Leute fanden diese Entscheidung besonders mutig. Ich fand es ganz logisch, so zu handeln und wollte wissen, weswegen nur so wenige ihrem inneren Instinkt folgen.

Was haben Sie dabei herausgefunden?

Körkel: Unser Mut entwickelt sich vom ersten Tag im Mutterleib bis ungefähr zum dritten Lebensjahr. Danach lagern sich Erfahrungen, Enttäuschungen und Verluste darüber. Die nehmen uns den Mut. Wir denken zu verkopft daran, was alles schiefgehen kann. Ich will die Menschen ermuntern, nach ihrem kindlichen Mut zu suchen, zu graben. Mein Motto ist immer: ‚Verstand aus, Mut an!‘

Wieso ist Mut so...

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