Zu mir oder zu Dir?

Verliebt zu sein, ist schön. Doch wenn zwei Hoferben eine Beziehung führen, sind die Reibungspunkte vorprogrammiert. Wie gelingt das und wie stark wirkt das Spannungsfeld aus Liebe, Tradition und Familie? Wir haben uns umgehört.

Verlieben sich zwei Menschen und wollen gemeinsam ihre Zukunft gestalten. Sagen beide: „Ich will zu Hause den Hof weitermachen.“ Ist das schon das Ende der Geschichte? Nein. Denn immer wieder finden junge Paare ihren ganz eigenen Weg durch dieses stürmische Fahrwasser. Vielleicht entscheiden sie sich, zu pendeln und beide Betriebe weiterzuführen – auch wenn sie weit voneinander entfernt sind. Womöglich liegen die Höfe im selben Dorf und bieten sich für eine Kooperation an. Eventuell bleibt aber auch ein Betrieb ohne Bewirtschafter zurück. Weitergehen kann es dort dennoch, wenn auch möglicherweise mit einem anderen Zukunftskonzept.

Dass sich zwei Hoferben kennen- und lieben lernen, die vielleicht sogar in unterschiedlichen Bundesländern leben, kommt mittlerweile immer häufiger vor. Töchter treten heute ganz selbstverständlich die Hofnachfolge an. Eine eigene Familie zu gründen und gleichzeitig den Hof zu übernehmen, ist für sie durchaus realistisch. Auch dank der Hilfe ihrer Eltern, die die Wünsche der Kinder immer stärker in die Zukunftsplanung der Betriebe einbeziehen.

Mit dem Auto oder im gut ausgebauten Bahnnetz sind die Hoferben heute mobiler denn je. Sie erkunden die Welt und haben zahlreiche Ideen, die sie umsetzen wollen. Viele beginnen zu studieren oder besuchen nach der Ausbildung bundesweit Fortbildungen und Kurse. Dafür verlassen sie die heimische Scholle für ein paar Monate oder sogar Jahre. Fernab vom Hof lernen sie dann nicht selten den Partner fürs Leben kennen. Dass der Freund oder die Freundin zu Hause auch einen Betrieb übernehmen möchte, ist da schon lange keine Seltenheit mehr. Zwei Menschen, die sich lieben und die eine starke Leidenschaft zur Landwirtschaft verbindet. Was auf den ersten Blick wie das perfekte Zukunftsmodell aussieht, hat bei genauem Hinsehen aber auch seine Schattenseiten.

Denn wie geht der alte Spruch noch gleich? „Heiratet man einen Landwirt, heiratet man seinen Hof und die Familie gleich mit.“ Stehen dann durch die Beziehung auf einmal zwei Höfe vor einem großen Fragezeichen, macht das die Sache ungleich komplizierter. Es ändert den Lebensweg der beiden Erben, aber auch die Zukunft der Höfe und ihrer Bewohner. Beide Familien werden erst einmal ordentlich durchgeschüttelt und müssen sich neu sortieren. Da ist es nicht selten, dass Eltern, Großeltern und Geschwister zunächst wenig begeistert sind und erst mal dichtmachen.

Zukunft ungewiss

Die zukünftigen Senioren sehen ihren Wunsch in...


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