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Zwischen Fürsorge und Überforderung

Lesezeit: 3 Minuten

Die Pflege der eigenen Eltern oder der Schwiegereltern bedeutet oft Jahre der Selbstaufopferung. Hinzu kommen Erwartungen und familiäre Spannungen. Ein Blick auf die Situation der Pflegenden.


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Opa kam zum Sterben nach Hause. Dass er danach noch fast zwei Jahre leben würde, damit habe ich gar nicht gerechnet“, sagt eine Bäuerin im Gespräch. Viele Altenteiler haben das Glück, bis zum Tod auf dem Hof leben zu können. Oft dank ihrer (Schwieger-)Töchter, die viele Freiheiten in dieser intensiven Familienphase aufgeben. Jeder wird gern zu Hause alt. Doch dank der Pflegeklausel im Übergabevertrag haben die Altenteiler auf den Höfen dazu auch eine schriftliche Absicherung. „Die Frauen werden nicht immer in die Verhandlungen zur Hofübergabe einbezogen. Später liegt dennoch eine große Verantwortung für die Pflege bei ihnen“, beobachtet Constanze Brinkmann, Geschäftsführerin des landwirtschaftlichen Sorgentelefons und der ländlichen Familienberatung in Oesede, Niedersachsen.


Intensive familienzeit


Problematisch muss das nicht immer sein. Viele Frauen übernehmen diese Aufgabe fast selbstverständlich und füllen sie gut aus. So auch die Landwirtin vom Anfang: „Unser Opa konnte nach dem Schlaganfall nicht mehr sprechen. Aber das Leuchten in seinen Augen, als er durch die Tür geschoben wurde, das war echte Freude“, sagt sie. Auch ihre Kinder hätten in dieser Zeit eine stärkere Verbindung zu beiden Großeltern aufgebaut, sei es beim Spaziergang auf dem Hof oder durch kleinere Pflegearbeiten, die sie ihrer Mutter abnehmen konnten. „Ich bin froh, dass sie diese Zeit so nah miterleben konnten“, sagt sie. Alle drei Teenager hätten dabei viel fürs Leben gelernt.


Wird ein Senior zum Pflegefall, richtet sich der Tagesrhythmus oft nach seinen Bedürfnissen. „Wir waren immer eine Stunde eher wach, um dem Pflegedienst die Tür zu öffnen“, sagt eine Bäuerin am Telefon. Neben der Hilfe bei der Morgentoilette schätzte sie auch die Gespräche mit dem Pflegepersonal. „Nach dem Tod war nicht nur unsere Omi nicht mehr da, auch der Kaffee mit den Damen vom Pflegedienst hat mir richtig gefehlt“, sagt sie.


Hilfe: Ja bitte!


Hilfe anzunehmen, ist langsam kein Tabu mehr. Auch Brigitte Seeberger vom Dorfhelferinnendienst in Gerolfingen am Hesselberg in Bayern registriert immer mehr Kurzzeit-Einsätze. „Ab dem ersten Pflegegrad stehen den Familien monatlich 125 € zur Entlastung zur Verfügung“, erklärt sie. „Das sind ca. drei Stunden pro Woche, die man übers Jahr ansparen kann.“ Die Dorfhelferinnen unterstützen im Haushalt oder verbringen Zeit mit den Senioren. Je nachdem, was die Familie braucht.


Doch bei all der Hilfe – Pflege ist und bleibt eine große Aufgabe. Eine(r) muss den Überblick wahren, Medikamente kontrollieren, Termine koordinieren, alle Handgriffe kennen und da sein. Diese „Care-Arbeit“ wird bestenfalls in der Familie gewürdigt. Denn politisch hapert es hier noch. Das weiß auch Ursula Braunewell, Vizepräsidentin der Landfrauen. Deshalb fordert der Verband, häusliche Pflege auch im Zusammenhang mit Altersarmut von Frauen zu betrachten. Während der Pflegezeit fehlen den Frauen ein eigenes Einkommen und Rentenpunkte. Die Landfrauen setzen sich zudem dafür ein, den Entlastungsbeitrag anzuheben und die Wegpauschale für Pflegekräfte an die weiteren Wege auf dem Land anzupassen.Ihr Kontakt zur Redaktion:katharina.meusener@topagrar.com

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