Warenkunde

Lakritz auch für Kinder?

Einige Lakritzsorten tragen auf der Verpackung den Aufdruck „Erwachsenenlakritz, kein Kinderlakritz“.

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Kinder essen gerne Süßigkeiten. Gummibärchen sind beim Nachwuchs dabei häufig genauso beliebt wie süße Lakritzschnecken. Beim Kauf der leckeren Naschereien sollten Eltern aber einen Blick auf die Verpackung werfen. Einige Produkte tragen auf der Rückseite den Aufdruck „Erwachsenenlakritz, kein Kinderlakritz“.

Der Grund für diesen Hinweis ist das in Lakritz enthaltene Salmiak. In Deutschland darf man nur Lebensmittel mit weniger als 2 % Salmiak ohne Warnhinweis verkaufen.

Bei einem Salmiak-Gehalt zwischen 2 % und 4,49 % muss auf der Verpackung die Aufschrift „Erwachsenenlakritz, kein Kinderlakritz“ zu lesen sein.

Bei einem Salmiak-Gehalt von 4,49 bis 7,99 % muss auf Verpackung zusätzlich der Vermerk „Extra stark“ stehen.

Diese Vorschrift existiert, weil die Aufnahme von zu viel Salmiak über einen längeren Zeitraum zu einer sogenannten Azidose führen kann. Bei einer Azidose ist der Säure-Basen-Haushalt im Körper sehr stark gestört und es kommt zu einem Absinken des pH-Wertes im Blut.

 

Übrigens: In Lakritz ist auch der natürliche Inhaltsstoff Glycyrrhizin enthalten. Er kommt im Süßholzsaft vor, das dem Lakritz unter anderem seinen charakteristischen Geschmack gibt. Glycyrrhizin kann den Blutdruck erhöhen und begünstigt Wassereinlagerungen. Der Glycyrrhizin eines Produktes steht nicht auf der Verpackung. Gesunde Menschen sollten deshalb nicht mehr als 50 bis 100 g Lakritz am Tag essen. Schwangere Frauen und Personen, die unter Bluthochdruck, Herz-Kreislauferkrankungen oder Diabetes leiden, empfiehlt das Bundesinstitut für Risikobewertung eher noch weniger Lakritz zu essen. Für Kinder gibt es bisher noch keine festgelegten Werte.

Katharina Meusener Katharina Meusener

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