Reportage

Eine gescheitere Kooperation ist nicht das Ende der Welt

Nach dem Generationenwechsel kam es in unserem anonymisierten Beispiel zu Streit zwischen den Partnern. Das war für die Beteiligten frustrierend und lehrreich zugleich.

Bevor Landwirt Karl Brümmer aus Norddeutschland eine Ackerbau-GbR mit einem Betrieb aus seiner Region gegründet hatte, war er bei diesem bereits oft in der Ernte im Einsatz gewesen (Name von der Redaktion geändert). Man kannte sich. Er selbst hatte zu dem Zeitpunkt einen 70 ha Betrieb gepachtet, welchen er in die Betriebsgemeinschaft einbrachte. Nach dem Zusammenschluss ackerte die GbR auf 220 ha. Es gab eine klare Rollenverteilung. Brümmer war ein ganzes Stück jünger als das Ehepaar vom Partnerbetrieb. Sie waren kurz vor der Rente. Daher übernahm er auch die Arbeiten im Auftrag für seine Kollegen komplett. Die Gewinne teilten sie an Hand der Flächen und Bodenpunkte mit einem Verteilungsschlüssel auf. Zusätzlich bekam Brümmer seinen Arbeitsaufwand entschädigt. Zu Beginn brachte der Zusammenschluss „frischen Wind und Dynamik“, berichtet Brümmer. Zusammen errichteten sie zum Beispiel ein neues Getreidelager. Irgendwann stand beim Partner der Generationswechsel an. Die alte Generation zog sich zurück und der Sohn stieg in die GbR ein. Die Arbeitsaufteilung blieb gleich, da der Sohn nichts mit Landwirtschaft am Hut hatte. „Der hat von Anfang an alles hinterfragt“, erinnert sich Landwirt Karl Brümmer. Im Prinzip sei es ja nicht schlecht, sich auch mal selbst zu hinterfragen, aber es endete immer in langen...