Außerlandwirtschaftliche Investoren: Gibt es wirklich Handlungsbedarf? Premium

Außerlandwirtschaftliche Investoren sind nicht unmittelbar für die steigenden Preise am Bodenmarkt verantwortlich, meinen Prof. Dr. Silke Hüttel von der Universität Bonn und Prof. Dr. Martin Odening von der Humboldt Uni Berlin: Verdrängen außerlandwirtschaftliche Finanzinvestoren Familienbetriebe vom Bodenmarkt?

Außerlandwirtschaftliche Investoren sind nicht unmittelbar für die steigenden Preise am Bodenmarkt verantwortlich, meinen Prof. Dr. Silke Hüttel von der Universität Bonn und Prof. Dr. Martin Odening von der Humboldt Uni Berlin im top agrar-Interview:

Verdrängen außerlandwirtschaftliche Finanzinvestoren Familienbetriebe vom Bodenmarkt?

Odening: Sicher kommt das vor. Wirtschaftlich weniger erfolgreiche Familienbetriebe kommen am Bodenmarkt schlechter zum Zuge als rentablere Familienbetriebe, juristische Personen und Finanzinvestoren. Niemand kann allerdings genau sagen, in welchem Umfang das in Deutschland der Fall ist.

Um trotzdem Licht ins Dunkel zu bringen, haben Sie den Bodenmarkt systematisch untersucht. Wie sind Sie vorgegangen?

Hüttel: Wir haben jüngere wissenschaftliche Veröffentlichungen und die Ausschreibungsergebnisse der BVVG für Ostdeutschland analysiert.

Wie viele Kauffälle waren das?

Hüttel: Wir haben 10000 Kauffälle von Januar 2005 bis September 2015 ausgewertet. Alle Fälle hatten mindestens zwei Bieter, um die Wettbewerbssituation untersuchen zu können.

Nach welchen Käufergruppen haben Sie die Daten differenziert?

Hüttel: Wir wollten wissen, ob es hinsichtlich Finanzierungskraft, Größe und Kapitalherkunft systematische Unterschiede gibt. Deshalb haben wir Rechtsformen verglichen und untersucht, ob es Unterschiede bei vormaligen BVVG-Pächtern oder Käufern bei ausländischer Beteiligung gab.

Kommen juristische Personen, ausländische Bieter oder Nicht-Pächter bei den Ausschreibungen...

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Diskussionen zum Artikel

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von Freygang GbR

was sollen das denn für Zahlen sein "1,20 €/m2"? Nicht nachvollziehbar. hier geht es ab 2 € los, von BVVG Preisen nicht zu sprechen. Dieses Interview hätte man sich sparen können, einfach mal in die freie Welt gehen und die Leute befragen hätte mehr Aussagekraft, als irgendwelche "Studien".

von Peter Kurth

Geht es um "außerlandwirtschaftliche" Investoren oder um "ausländische" Investoren? Wird von ausländischen Investoren auf außerlandwirtschaftliche Investoren geschlossen? Ich gebe zu, mir erschließt sich der Zusammenhang nicht.

von Wilhelm Gebken

Thema verfehlt! Sechs! Setzen!

Schon Bismarck hat gesagt: "Tatsachen muss man kennen, bevor man sie verdrehen kann". Ich gebe meinen Vorrednern Recht. Die hochstudierten Studienverfasser haben aber noch ein weiteres, das wichtigste Argument verschwiegen: Ausserlandwirtschaftliche Investoren erwarten eine Rendite von 2%, genau wie Landwirte das auch tun würden. Aber: Das Kapital für die Rendite kommt, wie es der Name schon sagt, bei ausserlandwirtschaftlichen Investoren von ausserhalb der Landwirtschaft. Es sind Überschüsse aus anderweitiger Tätigkeit. Bei den Landwirten müsste dieses Kapital zusätzlich zu der ersparten Pacht (Rendite) von 2% aus der Bewirtschaftung der Fläche erwirtschaftet werden können. Der Landwirt benötigt also mindestens 3 - 4 % Rendite, wenn er die Fläche während seiner eigenen Lebenszeit bezahlen will ohne sich selber in die Tasche zu lügen. Das kann er aber nicht erwirtschaften, weil die ausserlandwirtschaftlichen Investoren exakt diesen Unterschiedsbetrag auf ihr Gebot aufschlagen können, denn ihr Geld ist unabhängig von der Landwirtschaft entstanden. Im Endeffekt führt das dazu, dass Landwirte kein Eigentum an Grund und Boden mehr erwerben können.

von Rudolf Rößle

Pachtpreise

wenn Investoren günstig Land kaufen können und mit stark steigenden Pachtpreisen zu rechnen ist, ist das sehr interessant. Auch teure Landflächen bis 100000 Euro /ha sind interessant, sollte es in den nächsten 20 Jahren zu Bauland werden. Ein Gewinn durch Produktion ist allerdings nicht mehr möglich.

von Josef Holz

wer hat die Studie bezahlt ?

wenn man das Ergebnis und die Methodik anschaut, keimt ein Verdacht...

von Heinrich Roettger

Am Problem vorbei recherchiert!

1.Der Zeitraum sollte 2007 - 2017 umfassen. 2.Die Zweiterwerber von BVVG Flächen ermitteln und analysieren. 3.Wieviel Prozent von den Erwerbern haben eine anerkannte landwirtschaftliche Ausbildung.? Sobald keine natürlichen Personen als Käufer auftreten , bitte die Gesellschafter bzw. Kapitalgeber auf ihre landw.Ausbildung überprüfen. Das Ergebnis der Studie ist somit eine bewusste Desinformation!

von Michael Behrens

Also alles Normal?

Was in der Veröffentlichung fehlt, ist die Aufteilung nach Flächengröße! Zitat: "Und Bieterkonsortien mit ausländischer Beteiligung sind im Vergleich dazu die mit Abstand kleinste Gruppe. Letztere interessieren sich eher für größere Lose." Wie viele ha sind von den 10000 Kauffällen sind in Bauernhand, in Agrargenossenschaften und an Investoren aus dem Ausland gegangen? Stellt sich dann die Statistik ganz anders da? Gehen doch die meisten ha an Investorengruppen?

von Reinhard Matzat

Bauernland in Bauernhand!

Ich habe schonmal den Vorschlag gemacht das der Vererbende von Land in den letzten 10 jahren min. 50% seines Einkommen aus der ldw. erwirtsachaftet (Privatentnahmen aus dem Betrieb) haben muss. Hat er es nicht muss er 50% des Verkehrswertes an Steuern zahlen. Damit währe spätesten beim Generationswechsel das Land uninterresant für Investoren. Für die kleinen nebenerwerbslandwirte aus Hobby legt man ein Gehalt von zum Beispiel 50.000 Bruttogehalt, das er ausserhalb der Ldw. Verdienen darf, fest. Alle darunter sind nicht betroffen. So hätten Fielmann, Münchner Rück, und co. ein Problem.

von Egge Mansholt

schon mal was von Strohmänner gehört. Setzt mal eure rosarote Brille ab. Wenn Fielmann und wie sie alle heißen als Nebenerwerbslandwirt aus seinem Imperium Geldanlegen will, hat er offiziell als Landwirt Flächen gekauft und alles ist in Butter.

von Josef Doll

Bei 600 €

Pachtpreis wären da diese Kaufpreise schlicht günstig . Wenn man bdenkt das man in 10 Jahren nach Top-agrar gar 900 € Pacht nötig ist ??? Nur wie man sich diese Pachtpreise bei 80 dt Ertrag und 17 € je dt bei 3 jährigem Durchschnitt sich leisten kann ist mir ein Rätsel. Nun wenn ich meine eigenen Flächen zum Durchschittspreis heranziehen muss. Gleichzeitig diese Flächen bei der Bank zum Kredit für den Stallbau / anderes hinterlege. Um den Pachtpreis dann noch auf die Spitze zu treiben zuguterletzt noch Auflagen die zu Lasten der Produktionskosten anderer Betriebszweigen Gülle /andere geht ist natürlich die Dürrehilfe zwingend zum Betrieberhalt notwendig !!!

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