Backhaus lobt 25 Jahre Biopark

2015 wuchs der Bio-Markt in Deutschland erstmals zweistellig auf 8,62 Mrd. Euro. Den größten Zuwachs bei Bio-Lebensmitteln erzielte der Lebensmitteleinzelhandel mit 13 % Zuwachs. Der Naturkosthandel erreichte ein Umsatzplus von 10 %. Allein der Anbauverbande Biopark hat heute rund 600 Mitglieder in 15 Bundesländern.

2015 wuchs der Bio-Markt in Deutschland erstmals zweistellig auf 8,62 Mrd. Euro. Den größten Zuwachs bei Bio-Lebensmitteln erzielte der Lebensmitteleinzelhandel mit 13 % Zuwachs. Der Naturkosthandel erreichte ein Umsatzplus von 10 %.

In den sonstigen Geschäften, zu denen Reformhäuser, Bäckereien, Metzgereien, Versandhandel und Wochenmärkte zählen, konnte ein Zuwachs von knapp 6 % erzielt werden. Bio-Milch und Molkereiprodukte gehörten neben Fleisch, Eiern, Obst und Gemüse zu den mit ca. 15 % am stärksten wachsenden Produkten.

In M-V sind nach derzeitigem Stand 1.088 Betriebe der Land- und Ernährungswirtschaft entsprechend der EU-Öko-Verordnung zertifiziert. 809 landwirtschaftliche Betriebe bewirtschaften 125.500 ha (9,3 %) der landwirtschaftlichen Fläche. Die hiesigen Bio-Bauern produzieren schon heute öko-zertifiziert 15 % des Schweinefleisches, 15 % des Rindfleisches sowie ein Fünftel aller Bio-Eier in Deutschland.

16 Landwirte gründeten Biopark

Einen großen Beitrag dazu hat laut MV-Agrarminister Till Backhaus der bundesweit drittgrößte Anbauverband Biopark geleistet. So habe sich die ökologisch bewirtschaftete Fläche in M-V seit 1998 von 84.000 ha auf 125.500 ha erhöht, die Anzahl der zertifizierten Betriebe von 468 auf 1.089 – „ein Quantensprung“.

Allein in 2015 konnte M-V 6.500 ha Öko-Fläche hinzugewinnen und damit im Ländervergleich nach Bayern am meisten zulegen. „Dass M-V im Öko-Landbau so gut abschneidet, haben wir ökologischen Anbauverbänden wie Biopark zu verdanken“, so der Minister. Was 1991 in M-V mit 16 Landwirten begann, wurde zu einer „Erfolgsgeschichte“. Heute hat Biopark rund 600 Mitglieder in 15 Bundesländern, die über 103.000 ha landwirtschaftliche Fläche bewirtschaften.

Besonders beeindruckt zeigte sich Minister Backhaus von der ganzheitlichen Wirtschaftsweise des Verbandes. Die Vernetzung bei Biopark beginne beim Erzeuger, setze sich beim Verarbeiter und Händler fort und reiche bis zum Verbraucher. Oberstes Ziel sei, Landwirtschaft und Naturschutz in Einklang zu bringen und die ländlichen Regionen wirtschaftlich und sozial zu stärken.

Wegweisend sei das Projekt „Landwirtschaft für Artenvielfalt“, das Biopark gemeinsam mit dem WWF, EDEKA und dem Agrarministerium M-V umsetzt. „Die biologische Vielfalt zählt mit zu den wertvollsten Gütern unserer Erde. Der Öko-Landbau kann maßgeblich dazu beitragen, diesen Schatz zu bewahren“, kommentierte Minister Backhaus. Damit Bio-Produkte am Markt nachhaltig bestehen können, müsse dieser Zusatznutzen aber auch durch geeignete Marketinginstrumente verbrauchergerecht kommuniziert werden.

Das Land unterstützt die positive Entwicklung des Öko-Landbaus durch eine gezielte Landesstrategie. Mit dem Landesprogramm „Öko-Kompetenz Mecklenburg Vorpommern 2020“ sollen die Eigenschaften „Regionalität“ und „Öko“ durch ein Bündel an Maßnahmen noch stärker miteinander verbunden werden. Wesentliche Grundpfeiler des Programms bilden die Bereiche Beratung und Bildung, Praxisorientierte Forschung und Vernetzung, Öffentliches Geld für öffentliche Leistungen, Vermarktungsstrukturen mit regionalem Bezug und Verbraucherschutz.

2016 haben 91 Betriebe einen Antrag auf Öko-Förderung gestellt, darunter 54 Neueinsteiger mit einer Fläche von 4.600 ha. Weitere 37 Landwirtschaftsbetriebe haben Förderanträge auf Flächenerweiterung gestellt, der Flächenumfang beträgt 1.507 ha. Backhaus: „Damit können wir in der Öko-Förderung in M-V für 2016 einen Flächenzuwachs von rund 6.100 ha verzeichnen und festhalten, dass viele Betriebe im Öko-Landbau eine realistische Perspektive sehen.“

Die Redaktion empfiehlt

Das Wichtigste aus Agrarwirtschaft und -politik montags und donnerstags per Mail!

Mit Eintragung zum Newsletter stimme ich der Nutzung meiner E-Mail-Adresse im Rahmen des gewählten Newsletters und zugehörigen Angeboten gemäß den Datenschutzbestimmungen zu.