Berliner Senator will mehr Ökoprodukte aus Brandenburg

Berlins Senator für Verbraucherschutz und Landwirtschaft will mehr Ökoprodukte aus Brandenburg in die Hauptstadt bekommen. Seinen Anteil daran sieht er in der Rolle als Vernetzer. Aus seiner Sicht orientiert sich die Brandenburger Landwirtschaft zu wenig am Berliner Markt.

Berlins Senator für Verbraucherschutz und Landwirtschaft will mehr Ökoprodukte aus Brandenburg in die Hauptstadt bekommen. Seinen Anteil daran sieht er in der Rolle als Vernetzer. Aus seiner Sicht orientiert sich die Brandenburger Landwirtschaft zu wenig am Berliner Markt.

Die Brandenburger Landwirtschaft orientiert sich nach Ansicht des Berliner Senators für Verbraucherschutz und Landwirtschaft, Dirk Behrendt (Grüne), zu wenig am Berliner Markt. Da die Berliner Landwirtschaft eher übersichtlich sei, sei er im Austausch mit der Brandenburger Landwirtschaft. Das gestalte sich als „nicht einfach“, denn diese orientiere sich am Weltmarkt und produziere in großen Ställen viel billiges Fleisch, sagte Behrendt im Interview mit der Berliner Morgenpost. Auf den Berliner Markt stelle sich die Brandenburger Landwirtschaft zu wenig ein, so Behrendt weiter.

Er plädierte stattdessen für mehr Brandenburger Ökoprodukte. „Die gesamte Anbaufläche für Ökogemüse in Brandenburg ist so groß wie das Tempelhofer Feld“, sagte Behrendt. Die meisten Produkte in einen Berliner Bio-Supermarkt kämen nicht aus Brandenburg. Um dem entgegen zu wirken forderte Behrendt, dass in Berliner Kantinen mehr Bio angeboten werden soll. Das Studentenwerk und die Schulen in Berlin seien da bereits weit voran geschritten, so Behrendt. Um den Bioanteil aus Brandenburg zu steigern, schlug Behrendt außerdem mehr Anbauverträge mit Biolandwirten vor. „Das kann man nicht vorschreiben, aber man kann die Leute zusammenbringen“, sagte er.

Bisher ist Behrendt in der Verbraucher- und Agrarpolitik nicht besonders aufgefallen. Der seit letzten Herbst amtierende Politiker verweist darauf, dass zu dem Themengebiet in seine Amtszeit bisher die Vogelgrippe und der Fipronil-Skandal bei Eiern gefallen sind.

Ansonsten hat er agrarpolitisch von sich Reden gemacht, weil er eine Normenkontrollklage gegen die Nutztierhaltungsverordnung wohlwollend prüfen lässt. Angekündigt hatte Behrendt seine Prüfung Anfang Mai, als die Umweltorganisation Greenpeace in einem Rechtsgutachten den Vorwurf erhoben hatte, die konventionelle Schweinehaltung in Deutschland sei verfassungswidrig. Als die Tierschutz-Vorwürfe gegen NRW-Landwirtschaftsministerin Christina Schulze Föcking (CDU) Anfang Juli bekannt wurden, erneuerte Behrendt sein Anliegen. Laut seinem Sprecher erwartet die Berliner Senatsverwaltung für Verbraucherschutz nach dem Sommer ein Ergebnis über die Prüfung einer Normenkontrollklage haben.

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