Deß sieht Gemeinsamkeit der EU-Agrarpolitik schwinden

Mit einigen Sorgenfalten blickt der Agrar-Sprecher der EVP-Fraktion im Europaparlament, Albert Deß, auf die von Agrarkommissar Phil Hogan vorgelegten Reformvorschläge zur Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP). „Meine größten Bedenken habe ich dahingehend, dass wir uns zu sehr von der Gemeinsamkeit der Agrarpolitik entfernen.“

Mit einigen Sorgenfalten blickt der agrarpolitische Sprecher der EVP-Fraktion im Europaparlament, Albert Deß, auf die von EU-Agrarkommissar Phil Hogan vorgelegten Reformvorschläge zur Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP).

„Meine größten Bedenken habe ich dahingehend, dass wir uns zu sehr von der Gemeinsamkeit der Agrarpolitik entfernen“, betont Deß im Interview mit AGRA-EUROPE. Schon die letzte Agrarreform sei ein Rückschritt gewesen, da beispielsweise mehr freiwillige gekoppelte Zahlungen zugelassen worden seien. Sollte die Zuständigkeit bei den Umweltmaßnahmen jetzt verstärkt auf die Mitgliedstaaten verlagert werden, gebe es nicht mehr viel Gemeinsames.

Außerdem befürchtet der CSU-Europaabgeordnete, dass mit der Agrarreform kein Bürokratieabbau verbunden sein wird; vielmehr werde der Verwaltungsaufwand von Brüssel auf die EU-Staaten übertragen. Zusätzliche administrative Hürden für die Landwirtschaft sieht Deß insbesondere in Deutschland mit seinem föderalen System. Aber auch die unterschiedliche Umsetzung der Reform bei den anderen Mitgliedern der Gemeinschaft würde zu Wettbewerbsverzerrungen führen.

Deß kritisiert, dass die EU-Kommission das Problem der internen Angleichung der Direktzahlungen in den Mitgliedstaaten im Reformprozess überhaupt nicht angegangen habe. Diesbezüglich gebe es vor allem in Frankreich und Italien Handlungsbedarf. Bezüglich einer externen Angleichung der Direktzahlungen zeigt sich der Abgeordnete offen: „Hier bin ich für mehr Angleichung, eventuell mit einer kleinen Differenz von 10 % zum Durchschnitt nach oben oder unten.“

Artikel geschrieben von

Agra Europe (AgE)

Schreiben Sie Agra Europe (AgE) eine Nachricht

Hochwald: Festpreis-Angebot von knapp 30 Cent

Meldung verpasst? Wir verhindern, dass Sie nicht mitreden können. Tragen Sie sich jetzt für unseren Newsletter ein und wir benachrichtigen Sie über alle wichtigen Ereignisse rund um die Landwirtschaft.


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

von Wilhelm Grimm

Ja, wir Bauern glauben an Europa,

aber die Politik macht alles kaputt.

von Jörg Meyer

Wir Bauern glauben an Europa

und daran dass wir mit einheitlichen Regeln immer mehr zusammenwachsen! Wer Sonderwege gehen will gefährdet das Projekt Europa wie ein Spaltpilz. Mit der gemeinsamen Agrarpolitik fing vieles an will man nun wirklich wieder auseinander gehen? Ich denke dieser politische Opportunismus einzelner Nationaler Gruppen muss angegangen werden und wir brauchen Mehrheitsentscheidungen denen sich auch eine Frau Merkel oder aber auch ein Herr Orban beugen müssen!

von Bernhard ten Veen

Agrarreform...

Wieder nur noch mehr Bürokratie um mit mehr (undurchführbaren) Regeln und Verordnungen das Geld von den Landwirten WEG zu bekommen. Sonst kann dieser Andauernde Reformenblödsinn nicht begründet werden. Abschaffen den Humbug. je früher desto besser.

von Erwin Schmidbauer

Bürokratieabbau

Mit jeder "Reform" steigt die Bürokratie, weil man alles noch besser und genauer regeln will. Die Fehler der vergangenen "Reformen" führen geradezu dazu, immer mehr Bürokratie zu machen. Wenn man es allen Recht machen will, dann wird es immer komplizierter und bürokratischer.

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich einloggen um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen