Waldschäden

Europäischer Forst und Amazonas-Regenwälder in Not

Gibt Brüssel Gelder für die von Borkenkäfer bedrohten Fichtenwälder oder müssen die privaten Waldbesitzer - unter ihnen viele Bauern - für entstandene Schäden selbst aufkommen?

Der Zustand der europäischen Wälder und die anhaltenden Amazonas-Waldbrände haben die EU-Abgeordneten alarmiert. Am Montagnachmittag wird das EU-Parlament in einer Generaldebatte in Straßburg über Hilfen für die Forstwirtschaft und ein nachhaltiges Waldmanagement beraten.

Trockenheit und Hitze haben in vielen Regionen Europas den Zustand der Wälder dramatisch verschlechtert Während in Südeuropa immer wieder Waldbrände auflodern, leiden in Mitteleuropa besonders Fichten-Monokulturen unter dem Borkenkäferbefall. Angesichts des hohen Angebots durch prophylaktischen Holzeinschlag, fallen die Holzpreise am Markt weiter.

Können EU-Nothilfen für Waldbesitzer dazu beitragen, kurzfristig für Linderung zu sorgen? Die EP-Agrarausschuss-Mitglieder sind sich einig, dass nicht Geld aus Brüssel allein Priorität hat, sondern dass mittelfristig eine nachhaltige EU-Forstwirtschaft auf Mischwälder setzen muss, um mit stabileren Baumsorten besser gegen extreme Umweltbedingungen gewappnet zu sein.

Lassen Brandrodungen am Amazonas auch Mercosur-Handelsabkommen in Rauch aufgehen?

Am Dienstag stehen die Brände und Brandrodungen im Amazonasgebiet auf der Tagesordnung. Riesige Flächen des größten Regenwaldes der Erde drohen der Vernichtung anheim zu fallen. Im globalen Maßstab wird dadurch die CO2-Absorption empfindlich gestört und eine Beschleunigung des Klimawandels ist zu befürchten.

Das EU-Parlament fordert daher, dass Europa seinen politischen Einfluss geltend macht, um die Brandrodungen im brasilianischen Regenwald und anderswo zu stoppen. Ohne Politikänderung in diesem Punkt durch den brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro, wird es kein Handelsabkommen mit den südamerikanischen Staaten geben, führen Parlamentarier aller demokratischen Parteien im EU-Parlament an.

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Artikel geschrieben von

Thomas A. Friedrich

Korrespondent Brüssel/Straßburg

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Diskussionen zum Artikel

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von Thomas Karlein

Politiker mit Scheuklappen

Der Amazonaswald brennt richtig nach Mercosurabschluß.Die Staatengemeinschaft sollte zum Boykott auf Importe der Regenwaldregionen aufrufen,dann würden Sie auf Ihren durch Brandrodung erzeugten Produkten sitzenbleiben und die Brände würden ausbleiben. Stattdessen schickt unsere Regierung noch 18 Millionen zur Brandbekämpfung.

von Erwin Schmidbauer

Dummschwätzer

Jetzt überschlägt sich die Politik mit Gerede und Maßnahmen. Aber was bedeutet mittelfristig? Im Waldbau sind das ca. 40 Jahre! Das sind andere Dimensionen als die Legislaturperioden, in denen Politiker denken und handeln. Diese Woche bin ich übrigens durch einen Fichten-Buchen-Ahorn-Kirschen-Mischwald mit geringen Kiefer- und Eichenbeimischungen gegangen, den ich vor ca. 25 Jahren gepflanzt habe. Bauern und auch Förster (ich habe das nach Beratschlagung mit dem Revierförster gemacht) waren damals schon weiter als es die Politik heute ist!

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