Europaparlament wertet Pollen nicht als Zutat von Honig

Das Europaparlament legt kein Veto gegen den Vorschlag ein, Pollen als natürlichen Bestandteil von Honig zu betrachten. Das Plenum lehnte am Mittwoch eine Vorlage seines Umweltausschusses ab. Dessen Mitglieder hatten mehrheitlich gefordert, Pollen ausdrücklich als Zutat in Honig zu betrachten.

Das Europaparlament legt kein Veto gegen den Vorschlag ein, Pollen als natürlichen Bestandteil von Honig zu betrachten. Das Plenum lehnte am Mittwoch eine Vorlage seines Umweltausschusses ab. Dessen Mitglieder hatten mehrheitlich gefordert, Pollen ausdrücklich als Zutat in Honig zu betrachten. Dann hätte Honig bereits als gentechnisch verändert gekennzeichnet werden müssen, wenn das transgene Material im Pollenanteil 0,9 % überschreitet.

Das Hohe Haus folgte jetzt jedoch der Argumentation der Europäischen Kommission, die Pollen als natürlichen Bestandteil von Honig wertet. Damit entfällt die eventuelle Notwendigkeit einer Zutatenliste ebenso wie die Kennzeichnung als gentechnisch verändert, sollten Spuren von transgenem Pollen gefunden werden - solange der Gesamtanteil an Gentechnikmaterial unter 0,9 % bleibt. Bislang war die Rechtslage nicht eindeutig; der Europäische Gerichtshof (EuGH) sieht Pollen in einem Urteil von 2011 in Ermangelung anderer Regelungen als Zutat an.

Die FDP-Agrarexpertin Britta Reimers zeigte sich zufrieden: „Wir haben nun endlich Klarheit über den rechtlichen Status von Pollen erzielt. Das ist entscheidend für die Arbeit der Imker und auch für den Verbraucher“, so die Liberale. Die CDU-Abgeordnete Christa Klaß erklärte, Honig enthalte immer auch Pollen, der durch die Bienen hinzugefügt werde. Deshalb könne man den Pollen auch nicht als willentlich beigefügte Zutat klassifizieren.

Der agrarpolitische Sprecher der Grünen, Martin Häusling, sprach hingegen von einem Armutszeugnis für das Parlament. Die Mehrheit habe gegen die Interessen der Menschen in Europa gestimmt.

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