Forum Grüne Vernunft: "Evangelische Kirche ist wissenschaftsfeindlich"

Scharfe Kritik an der Führung der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hat der Vorsitzende des FORUMs GRÜNE VERNUNFT, Dr. Horst Rehberger geübt. Der Kirche sei seit vielen Jahren bekannt, dass in Asien und Afrika täglich infolge von Vitamin-A-Mangel mehr als 1000 Kinder erblinden und viele davon sterben.

Scharfe Kritik an der Führung der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hat der Vorsitzende des FORUMs GRÜNE VERNUNFT, Minister a.D. Dr. Horst Rehberger geübt.
 
Der Kirche sei seit vielen Jahren bekannt, dass in Asien und Afrika täglich infolge von Vitamin-A-Mangel mehr als 1000 Kinder erblinden und viele davon sterben. Mit dem von den Professoren Ingo Potrykus und Peter Beyer entwickelten Goldenen Reis könne der Vitamin-A-Mangel, der nach den Feststellungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bei Kindern die weltweit häufigste Todesursache sei, wirkungsvoll bekämpft werden.
 
Die EKD aber unternehme alles in ihrer Macht Stehende, um die Einführung dieser Reissorte zu verhindern, nur weil dieser Reis gentechnisch gewonnen worden sei. Mit dieser Haltung werde die Kirche ihrer Verantwortung keinesfalls gerecht. In Deutschland stecke in über 70 % aller Lebensmittel Gentechnik. "Tag für Tag essen auch die evangelischen Christen bei uns Lebensmittel, in denen Gentechnik steckt. Aber den Millionen Kindern in Asien und Afrika soll ein für sie sogar lebensrettendes Lebensmittel vorenthalten werden, nur weil auch in ihm Gentechnik steckt. Was hat dies mit christlicher Nächstenliebe zu tun?", fragt Rehberger.
 
Wenn die EKD-Führung in diesem Zusammenhang behaupte, dass es ihr darum gehe, die Abhängigkeit der kleinen Landwirte Asiens und Afrikas von den großen Agrarkonzernen zu verhindern, täusche sie ihre Mitglieder und die Öffentlichkeit. Denn die EKD-Führung wisse genau, dass das übrigens auch von Papst Franziskus gesegnete Humanitäre Golden-Rice-Projekt die Abgabe des Saatgutes an die Bauern maximal zu gleichen Preisen wie konventionelles Reis-Saatgut vorsehe.
 
Außerdem könne jeder Landwirt, der Goldenen Reis anbaue, das Saatgut für die folgenden Jahre aus seiner Ernte selber gewinnen. Wer einmal dieses Saatgut gekauft habe, müsse es nicht erneut kaufen.
 
Gemeinsam mit Dr. Christel Happach-Kasan, Prof. Dr. Reinhard Szibor und Jens Harnisch vom FORUM GRÜNE VERNUNFT hat Rehberger am 29. November 2015 den Gottesdienst der EKD in der Marktkirche zu Hannover, der dem Beginn der diesjährigen "Brot für die Welt"-Kampagne gewidmet war, zu einer Demonstration gegen die wissenschaftsfeindliche und in Sachen Goldener Reis unverantwortliche Haltung der EKD genutzt. Mit Transparenten und Flyern wurden die Besucher des Gottesdienstes auf die unverständliche Haltung der EKD-Spitze aufmerksam gemacht.
 
Nach einer lebhaften FGV-Diskussion im Vorfeld der Aktion lautete der Text des Transparentes wie folgt: "In über 70% unserer Lebensmittel steckt Gentechnik. Darf ein Christ den Leben von Millionen Kindern in Asien und Afrika rettenden Goldenen Reis ablehnen, nur weil darin ebenfalls Gentechnik steckt?" Dabei richtete sich die Kritik insbesondere auch gegen die als Gast eingeladene indische Antigentechnik-Aktivistin Vandana Shiva.
 
Es sei erschütternd, so Rehberger, dass die EKD, statt auf die Wissenschaft zu hören, die Antigentechnik-Aktivistin Shiva eingeladen habe, die nachweislich immer wieder Lügen verbreitet habe, indem sie die in Indien seit langem zu beobachtenden Selbstmorde kleiner Landwirte auf die Nutzung der Grünen Gentechnik bei Baumwollpflanzen zurückgeführt habe. Von zahlreichen Wissenschaftlern, auch indischen, sei Frau Shiva längst widerlegt worden.
 
Die ganz überwiegende Zahl der Gottesdienstbesucher nahmen das ihnen angebotene Informationsmaterial (Einladung zu Fürbitten im Gottesdienst sowie einen FGV-Flyer zum Thema) gerne mit, schreibt das Forum Grüne Vernunft in seiner Pressemitteilung.

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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