Kommentar

Gefährliches Zeitspiel Premium

Ein Kommentar von Patrick Liste, Chefredaktion top agrar:

Patrick Liste (Bildquelle: Heil)

Fast euphorisch war die Stimmung, als Julia Klöckner im März 2018 ihren ersten offiziellen Auftritt als Landwirtschaftsministerin der Milchbranche widmete. Davon ist nach einem drei Viertel Jahr nur noch wenig zu spüren. Denn bewegt hat sie für die Milcherzeuger bisher wenig. Bei Milchpreisen über 30 ct/kg kümmert sich die Ministerin lieber um publikums- und medienwirksame Themen wie zum Beispiel gesundes Schulessen. Das ist zweifelslos wichtig. Auf der Hand liegt aber, dass Klöckner damit auch ihre eigene Karriere im Blick hat. Sie sammelt Pluspunkte in der Gesellschaft und empfiehlt sich für höhere politische Ämter. Die eher unangenehmen und vor allem unpopulären Milchthemen schiebt Klöckner dabei auf die lange Bank. Diese Hinhalte-Taktik stößt immer mehr Milcherzeugern sauer auf. Sie fordern klare Positionierungen, damit sie wissen, wo sie dran sind: Marktmacht des Handels: ...

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von Matthias Zahn

Ganz einfach,

das Landwirtschaftsministerium sieht keinen Handlungsbedarf. Sonst wäre ja schon etwas passiert. Die Milchpreise sind "gut genug"!

von Erwin Schmidbauer

Noch ein Hinweis für alle Daumen runter macher, was gemeint war

https://www.topagrar.com/suedplus/news/erzeuger-drehen-an-den-marktgesetzen-10117032.html

von Erwin Schmidbauer

Politik wird es nicht richten

Sicher, die Politik muss ihre Arbeit machen, siehe Milchgüteverordnung. Aber erwartet die Landwirtschaft nicht vielleicht zu viel von der Politik? Lieferbeziehungen, Marktmacht sind nicht nur politische Themen. Die Verbände, die Molkereien, die MEGs und auch die Landwirte müssen hier selbst tätig werden.

von Dieter Müller

Brauchen wir wirklich noch weitere Beweise?

Herr Liste hat doch Recht, die Hinhalte-und Beschönigungstaktik ist doch offensichtlich. Der DBV-Milchpräsident kündigt der Politik an, Alles wird im Dürrejahr von alleine gut. Die Prognose das der Milcherzeugerp.reis, vor Weihnachten, um 6 Cent steigen wird, soll Frau Klöckner daran Hintern notwendige Entscheidungen zu treffen Muss es den erst wieder zum nächsten Crash kommen? Auch die CDU sollte sich Gedanken machen, warum ihre ehemaligen Wähler sich enttäuscht abwenden.

von Rudolf Rößle

Baukosten

sind in den letzten 10 Jahren explodiert. Die Pachtpreise ebenso. Lange stehen die Bauern nicht mehr zur Scholle, sollten sich die Erzeugerpreise nicht nach oben bewegen.

von Diedrich Stroman

Agrarwende Politik!

Was ist das für eine Agrarpolitik,wer erwartet mehr von einem seit Jahren geführten Landwirtschaftspolitik durch die von der CDU und CSU geführten und dominierten Agrarpolitik, Bauern werden doch nur als dummes Beiwerk behandelt, diese politischen Entscheidugen werden doch auschließlich von den Lobbyisten der Ernährungsindustrie und deren Zulieferern als Handlanger für eigene Margen und Gewinne beherrscht als i Tüpfelchen gibts jetzt noch vom Handeln nicht bezahlte Auflagen und unqualifizierte Vorgaben wie sie es gerne für den preibewusten Verbraucher hätten! Bauern werden doch behandelt wie Leiharbeiter und Sklaven gerade im deutschen Markt, ohne soziale Marktwirtschaft von der CDU werden auch keine Regeln kommen, die auch den Landwirt schützt, ob beim Schwein oder Milchwirtschaft die Bauern werden behandelt wie Leiharbeiter und Sklaven die den billigen Jakob zu machen haben, Paradebeispiel sind die Margen der Ernährungsindustrie und deren Zulieferern die Schlachthöfe zum Beispiel verdienen sich Dumm und Dämlich in diesem Jahr, sobald 1,40 Euro erreicht werden gibt's zur Belohnung den Hauspreis!Vielleicht machen die übriggeblieben Molkereien das in naher Zukunft auch so! Den politischen Entscheidugsträgern scheint das scheinbar scheiß egal zu sein! Marktwirtschaft hat auch was mit Leben und Leben lassen zu tun! Unsere politische Kaste ist aber nur nö um ihr eigenes Ego bemüht!!siehe die letzte Talkshow der Weinkönigin im NDR!

von Gerd Uken

Dazu bedarf es Lobbyarbeit

Und die einzige Lobby die ich kenne ist strikt gegen P.148 und auch genau so gegen die Änderung des Umrechnungsfaktors. Dazu muss Frau Klöckner nicht mal die MgV ändern denn das ist in P.4 Abs.1 ja schon geregelt-nur die meisten meiner Berufskollegen wissen es nicht und lassen sich immer noch ein Märchen erzählen!

von Martin Siekerkotte

Fachverband

will nicht verstanden werden dafür immer neue durchhalte Parolen 2022 wird es besser es wird sich nichts verändern aber die Strukturen als Warnung sollten wir den Schweine markt sehen Strukturen die kein Verbraucher möchte das kapital nicht mehr in Bauernhand ich denke frau Klöckner könnte es noch ändern die Frage ist nur warum

von Eike Bruns

Herr Liste beweisen Sie...

das auch Sie es ernst meinen und lassen Nebelkerzen wie §148 und Sektorstrategie Milch unbeachtet sondern nehmen sich dem einzigen wirklich wirksamen Punkt an. Dem Lieferverzicht bei Marktüberhitzung. In den Fachmedien wird allgemein gerade diesem Punkt zu wenig, bzw. falsch bewertet, Aufmerksamkeit geschenkt. Sie sollten das ändern dann wird auch die Politik in diese , richtige , Richtung gehen.

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