Geschäftstätigkeit der Tier- und Naturschutzvereine total intransparent

Die Stiftung Warentest hat sich in einer aktuellen Untersuchung angesehen, wie Tier- und Umweltschutzorganisationen mit ihren Spenden und Mitgliedsbeiträgen umgehen. Kommt das Geld wirklich dem Vereinsziel zugute oder versickert es in Verwaltung, Werbung oder gar in den Taschen der Vorstände?

Die deutsche Stiftung Warentest hat sich in einer aktuellen Untersuchung angesehen, wie Tier- und Umweltschutzorganisationen mit ihren Spenden und Mitgliedsbeiträgen umgehen. Kommt das Geld wirklich dem Vereinsziel zugute oder versickert es in Verwaltung, Werbung oder gar in den Taschen der Vorstände?
 
Das Ergebnis ist katastrophal: Nur sechs der 49 geprüften Organisationen hält die Stiftung für spendenwürdig. Dies sind „Atmosfair“, „BUND“, „Deutscher Tierschutzbund“, „Greenpeace“, „Provieh“ und „WWF Deutschland“. Sie seien solide organisiert und arbeiteten wirtschaftlich, heißt es. Bei der Transparenz hapert es allerdings.
 
Wie das Wochenblatt Westfalen-Lippe aus den Ergebnisse zitiert, sieht es bei dem Großteil der übrigens Organisationen düster aus. 19 hätten jede Auskunft verweigert, darunter der „Bund deutscher Tierfreunde“, der „Tierschutzförderverein“ oder „Animal Friends“.
 
Sechs der nun genauer untersuchten 26 Vereine arbeiten laut Stiftung Warentest unwirtschaftlich, geben also mehr als 35 % ihrer Ausgaben für Verwaltung und Werbung aus. Dazu gehört die deutsche „Vier-Pfoten-Stiftung“ (10,9 Mio. Euro Jahreseinnahmen), die „Heinz-Sielmann-Stiftung“ (8,4 Mio. Euro), „PETA“ (3,5 Mio. Euro), „Tiere in Not“ (3,5 Mio. Euro) sowie die „Stiftung Pro Artenvielfalt“ (1,7 Mio. Euro). Die deutsche Vier-Pfoten-Stiftung gibt für den Stiftungszweck nicht einmal die Hälfte ihrer jährlichen Ausgaben aus. Und bei der Heinz-Sielmann-Stiftung haben die Tester Zweifel an der Aussage, nur 12 % der Ausgaben für die Verwaltung draufgehen. Dies sei vermutlich deutlich höher, so die Prüfer.
 
Überhaupt sei die Prüfung aller Vereine äußerst schwer gewesen, heißt es weiter. Bei den meisten sei die Transparenz sehr schlecht und die Geschäftstätigkeit kaum nachvollziehbar. So seien häufig nicht einmal die Namen der Verantwortlichen bekannt. Noch heikler wird es, wenn Vorstandsmitglieder miteinander verwandt oder in anderer Weise verbunden sind. Als Beispiel wird hier „Rettet den Regenwald“ angeführt, wo das Vorstandspaar miteinander verheiratet ist – ebenso wie Präsidentin und Vizepräsident beim „Bundesverband Tierschutz“.
 
Schließlich kritisiert die Stiftung Warentest, dass viele Umwelt- und Tierschutzorganisationen Provisionen für Mitglieder- oder Spendenwerbung erhalten. Gängige Praxis sei dies u.a. beim „Naturschutzbund“ (NABU), beim „BUND“, bei „Tiere in Not“, der „Mobilen Tierrettung“ sowie der „Tierschutzliga“.
 
top agrar meint: Zurecht darf man hier also fragen, warum es keinen Aufschrei in den Medien gibt. An das ach so positiv besetzte Thema Tier- und Umweltschutz traut sich offenbar niemand heran.


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