Ging bei der Glyphosat-Entscheidung durch Efsa alles mit rechten Dingen zu? Premium

Im „Sonderausschuss des Europäischen Parlaments (EP) für das Genehmigungsverfahren der EU für Pestizide (PEST)“ sind in dieser Woche Zweifel an dem Zulassungsverfahren für Glyphosat und dem geltenden rechtlichen Rahmen aufgekommen. Die Efsa soll künftig mehr Ressourcen für eigene unabhängige Studien erhalten.

Glyphosat war das zentrale Thema der ersten Sitzung des "Sonderauschusses für Genehmigungen von Pestiziden in de EU" (Bildquelle: clean kids Magazin)

Die erste Erörterung des Verfahrens um die Risikobewertung und Zulassung des Pflanzenschutzmittels Glyphosat im „Sonderausschuss des Europäischen Parlaments (EP) für das Genehmigungsverfahren der EU für Pestizide (PEST)“ am Donnerstag dieser Woche hat Zweifel an dem bisherigen Zulassungsverfahren und dem geltenden rechtlichen Rahmen aufkommen lassen.   Vertreter der EU-Lebensmittelsicherheitsbehörde (EFSA) und der EU-Kommission stellten sich in einer dreieinhalbstündigen Sitzung den Fragen der europäischen Abgeordneten über die bisherige Praxis der Risikobewertung von Pflanzenschutzwirkstoffen. Der aktuelle rechtliche Rahmen für die Begutachtung, Bewertung und Zulassung von Wirkstoffen, die in der europäischen Landwirtschaft Anwendung finden, stammt aus dem Jahre 2009.   Der PEST-Ausschussvorsitzende Eric Andrieu rief bei der ersten Sitzung, des auf neun Monate angelegten Gremiums des EU-Parlamentes dazu auf, bei der politischen und technischen Bewertung den Blick nach vorne zu richten. „Unser Zielsetzung ist es, den bestehenden Rechtsrahmen zu überdenken und zu überarbeiten“, betonte Andrieu. Angesichts von ermittelten Pestizidrückständen bei 42 Prozent von konventionell produzierten Lebensmitteln in der EU dürfe es keine Tabus geben, schließlich gehe es um die Gesundheit der EU-Bürger.   Kritik übten EU-Parlamentarier aus vielen Mitgliedstaaten quer durch die Parteienlandschaft an dem bestehenden Rechtsrahmen für die EU-Lebensmittelsicherheitsbehörde (EFSA) bei der Risikobewertung von als gesundheitsgefährdenden, krebsgefährlichen oder erbgutverändernden Wirkstoffen in Pflanzenschutzmitteln. So lasse das bisherige Antrags-, Bewertungs- und Genehmigungsverfahren beispielsweise eine umfassende Produktprüfung vermissen und die Auswirkungen auf die Biodiversität und Metaboliten in Ackerböden sowie kumulative Risiken in der Nahrungskette gänzlich außeracht. „Sollte man nicht den Gesamtcocktail und nicht nur Einzelwirkstoffe, sondern auch alle Wechselwirkungen auf menschliche Gesundheit und Umwelt untersuchen“, fragte der belgische EU-Abgeordnete Marc Tarabella von der deutschsprachigen Gemeinschaft.   Dürfen Antragsteller weiter Studien und Laborprüfer selbstständig bestimmen? Als problematisch erachten eine ...

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Artikel geschrieben von

Thomas A. Friedrich

Korrespondent Brüssel/Straßburg

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Glyphosat wird nur behelfsweise für 1 Jahr verlängert

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