"Hennen verzeihen keinen Fehler!"

Legehennen mit spitzem Schnabel zu halten, ist eine Riesenherausforderung. Was Landwirte tun können, um ihre Tiere vor Federpicken und Kannibalismus zu schützen, erprobt die Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK) derzeit in einem Projekt des Bundeslandwirtschaftsministeriums.

Legehennen mit spitzem Schnabel zu halten, ist eine Riesenherausforderung. Was Landwirte tun können, um ihre Tiere vor Federpicken und Kannibalismus zu schützen, erprobt die Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK) derzeit in einem Projekt des Bundeslandwirtschaftsministeriums.

Nach Informationen des Landvolks erarbeitet ein Beraterteam für jeden der 20 teilnehmenden Betriebe ein individuelles Konzept und begleitet diese während der gesamten Umsetzung. „Die Hennen verzeihen keinen Fehler“, sagt Dr. Peter Hiller von der LWK. Die Aufzucht, das Futter, das Stallklima, eine tolle Mensch-Tier-Beziehung – alles müsse perfekt sein."

Hauptansatzpunkte sind alternative Fütterungskonzepte, die Beschäftigung der Tiere, die Auslaufstruktur, die Stallklimagestaltung sowie die Gewichtsentwicklung in der Junghennenaufzucht und in der Legehennenhaltung. Es nehmen sowohl konventionelle Betriebe mit Boden- und Freilandhaltung als auch ökologische Betriebe am Projekt teil. Die Herdengröße der Hennen mit unbehandeltem Schnabel liegt pro Betrieb zwischen 3.000 und 40.000 Tieren.

„Durch den Verzicht auf das Schnabelkürzen werden die Junghennen teurer, die Futterkosten steigen und der Arbeitsaufwand ist höher“, fasst Dieter Oltmann, Geschäftsführer des Landesverbandes der Niedersächsischen Geflügelwirtschaft, erste Erfahrungen zusammen. Außerdem würden sich die Tierverluste von derzeit etwa 8 % mindestens verdoppeln. Die Eierpreise müssten daher beim Lebensmitteleinzelhandel um rund drei Cent je Ei erhöht werden.

Damit bekämen die Legehennenhalter den Spielraum, die Empfehlungen des niedersächsischen Tierschutzplanes umzusetzen. Oltmann plädiert jedoch dafür, vorerst die Versuche abzuwarten und die daraus gewonnen Erkenntnisse umzusetzen. „Die Tierhalter müssen erst lernen, mit den Herden umzugehen“, sagt er.

Zu diesem und weiteren Themen bietet die Landwirtschaftskammer Niedersachsen Seminare an. Infos unter www.lwk-niedersachsen.de. Dort können sich auch Betriebe mit Bodenhaltung melden, die noch an dem Projekt teilnehmen möchten.

Lesen Sie auch folgenden Praxisbericht
Versuch abgebrochen: Enorme Verluste bei Hennen mit spitzem Schnabel (17.8.2014)

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