Höfesterben: Bundesregierung sieht Ausweg in mehr Wertschöpfung Premium

Die Bundesregierung wertet den Strukturwandel in der Landwirtschaft als einen langfristigen Trend. Einen Ausweg sieht sie in einer höheren Wertschöpfung über die Verarbeitung und Vermarktung von regionalen Qualitätsprodukten. Die Grünen wollen dafür die Agrarförderung ändern.

Kann der Regiomat es richten? Die Bundesregierung hält die Produktion von Produkten mit mehr Wertschöpfung für den richtigen Weg aus dem Höfesterben. (Bildquelle: Landvolk)

Die Bundesregierung wertet den Strukturwandel in der Landwirtschaft als einen langfristigen Trend. Einen Ausweg sieht sie in einer höheren Wertschöpfung über die Verarbeitung und Vermarktung von regionalen Qualitätsprodukten. Die Grünen wollen dafür die Agrarförderung ändern. Die Bundesregierung bezeichnet den Strukturwandel in der Landwirtschaft als einen „langfristigen Trend“. Maßgebliche Treiber dieser Entwicklung seien ökonomische Gründe, technische Entwicklungen, sich verändernde Einstellungen und Verbraucherwünsche, alternative Erwerbsmöglichkeiten außerhalb der Landwirtschaft und gestiegene gesellschaftliche Erwartungen, schreibt der Parlamentarische Staatssekretär des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMEL) in einer Anfang September versendeten Antwort auf eine Kleine Anfrage der Grünen Bundestagsfraktion. Als einen Ausweg führt das BMEL die Produktion von höherwertigen Produkten an. „Die Bundesregierung ist der Auffassung, dass insbesondere kleine und mittlere landwirtschaftliche Betriebe ihre Wertschöpfung durch Verarbeitung und Vermarktung regionaler Qualitätsprodukte steigern können“, heißt es in der Antwort. Knapp 4 Prozent der Landwirte machen Direktvermarktung Laut dem BMEL gaben im Jahr 2016 bei den Strukturerhebungen 10.300 Betriebe an, dass sie auch Verarbeitung und Direktvermarktung landwirtschaftlicher Erzeugnisse betreiben. Bei einer Gesamtzahl von 275.392 Betrieben wäre das ein Anteil von gerade mal 3,7 Prozent. Konkretere Informationen, die Aufschluss über die ...

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Artikel geschrieben von

Stefanie Awater-Esper

Korrespondentin Berlin

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Diskussionen zum Artikel

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von Erwin Schmidbauer

Über den Tellerrand gesehen

Das Metro seinen Markt "real" verkaufen will, zeigt doch sehr eindringlich, wie schwierig es ist, die Kunden heute zu erreichen und eine gute Wertschöpfung zu erzielen. Selbst Metro, ein DAX-Konzern, fühlt sich jetzt damit überfordert. Wie soll dann das der einzelne Landwirt leisten können? Liegt die Zukunft im vermehrten Strukturwandel oder vielleicht in Erzeugerzusammenschlüssen?

von Josef Holz

Die Hofladenzeit ist durch

da wir sehr viel mit Hofläden zusammenarbeiten sehen wir eindeutig den Trend, daß es weniger werden. Einige haben sich gut etabliert, die andern werden mit dem Generationswechsel aufgegeben, weil die Verbraucher alles auf einem Platz kaufen wollen. Gegen diese Bequemlichkeit kommt man nicht an. Nur zu Hoffesten kommen alle zum Tiere streicheln. Den Politikern fällt auch nix ein. Vor ein paar Jahren sollten wir spezialisieren, jetzt diversifizieren und morgen fängt s von vorne an. Aber unschuldig an der Einkommenssituation sind die Bauern nicht: Stichwort Biogas, Sonderkulturen und Pachtpreise.

von Klaus Ulrich

So einfach ist das also!

Da stelle man sich den zukunftsfähigen Familienbetrieb vor, der ja Ackerbau UND Viehzucht hat (bzw. durch unsere Politiker zu haben hat). Da arbeitet dann die ganze Familie von früh bis spät und am Nachmittag und am Wochenende öffnet dann der Hofladen (möglichst bis zur Sportschau Zeit) und verkauft dann den gestressten Stadtmenschen seine Produkte! Und am Sonntag nach dem Kirchgang wird dann die Büroarbeit erledigt, Stichwort Cross Compliance, die HIT Datenbank und und und! Was nützt dann die Wertschöpfung über den Hofladen, wenn ich dann eine 60 oder 70 Stunden (oder mehr) Woche habe und etliche zusätzliche Auflagen bzw zusätzliche Arbeiten mir auferlege, nur um an der Wertschöpfung über den Hofladen teilnehmen zu dürfen??? Da lacht sich jeder Industriearbeiter / VW - Arbeiter doch schlapp!!!

von Thomas u. Helmut Gahse GbR

Tatsachen

Wenn die Politik nichts anderes weiß als auf direktere Vermarktung zu setzen, dann kapituliert sie schlichtweg vor der Wirklichkeit. Weit über 80 % des Marktes wird durch den LEH kontrolliert und die Kunden fahren nicht schlecht damit. Wenn es nicht gelingt wieder mehr Wertschöpfung den Urproduzenten zu kommen zu lassen, dann geht die s.g. bäuerliche Landwirtschaft schlichtweg vor die Hunde.

von Rudolf Rößle

Baugesetz

innerhalb der Ortschaft ist eine Umnutzung oder Modernisierung sehr schwierig umzusetzen. Aussiedelung kommt für viele nicht in Frage, weil sie ihre Produktionsausweitung den Kosten entsprechend anpassen müssten.

von Georg Nordendorf

Mehr Wertschöpfung bzw eine bessere Wertschöpfung soll also der Landwirtschaft helfen. Soweit sogut. Das Problem ist aber eigentlich nicht die mangelhafte Wertschöpfung, sondern die Tatsache, das sich diese Wertschöpfung Industrie und Handel in die eigene Tasche stecken. Das oberste Ziel muß heißen, wie wir die Wertschöpfung, die zweifelsohne vorhanden ist, auf unsere Höfe bekommen....

von Gerd Woertel

Einfach

Einfach die Mehrwertsteuer für gewerbliche landwirtschaftliche Betriebe runterfahren. Dies würde zu besseren Erlösen für viele Produkte führen Aber dazu wird es nicht kommen da viele Politiker an solchen Betrieben beteiligt sind.Schade

von Jörg Meyer

nichts ist den Grünen zu billig um alles auf ihre Ideologie zurück zu führen

aber den betroffen nützt es nix! Den Strukturwandel verantworten vor allem die Grünen selbst mit ständigen Forderungen nach neuen Auflagen (im System müßte ein Automatismus eingebaut werden dass die Berufskollegen, die mit den Grünen auf die Straße gehen für neue Auflagen auch als erstes diese umsetzen müssen...)! . Direktvermarktung als Lösung für viele ? Ja die Agarförderung sollte nach meiner Meinung über einen gepannten Zeitraum auslaufen. Aber alle Säulen. Dann sollten umwelt- - und Tierschutzwünsche der Gesellschaft regional ausgeschrieben werden und es sollte sich ein Marktpreis bilden an dem man ablesen kann was welche Wunschmaßnahme dem Steuerzahler kostet und zwar regional! Alles andere ist Lobbyismus für wenige und wird das System vor die Wand fahren!

von Steffen Hinrichs

Direktvermarktung bleibt eine Nische für Wenige

Auf dem Land ist der Verbraucher noch nicht bereit Direktvermarktung auch höher zu vergüten und die Auflagen und Genehmigungen stehen in Deutschland dazu nicht im Verhältnis ,das da mehrere Aufspringen könnten .

von Renke Renken

Sollen wir jetzt

ein oder zwei Millionen Liter Milch direkt vermarkten oder was, wie schon Armen Brenner- Schmidt schreibt, beim Lesen der Überschrift geht einem der Hut hoch! Wertschätzung und vernünftige Erzeugerpreise führen zu mehr Wertschöpfung, und nicht Massenware für den Weltmarkt, die gleichzeitig auch noch die Umwelt belastet. Diese ganze Globalisierung hilft nur den großen Konzernen.

von Hartmut Kümmerle

Heiliger

In jeder Nische hat nur ein Heiliger Platz. Die Direktvermarktung ist nicht beliebig ausdehnbar. Für manche kann das ein Weg sein, aber für 90 Prozent muss es ein anderen Weg geben, auskömmliches Einkommen zu erzielen.

von Bernd Croonenbroek

Die Grünen

sind doch schuld am Höfesterben, wer ist es den der die Sau durchs Dorf treibt. Grüne Nabu und co. Da hat die Junge Generation doch keinen Bock mehr Landwirt zu werden. Fakt ist, geben Sie einem Hofreiter einen Schuldenfreien Hof und der soll den Umbauen auf Ökologisch, dann steht der Hof in 20 Jahren bei den Zwangsversteigerungen !!!! Große Fresse aber nichts dahinter .

von Armin Brenner-Schmid

wir brauchen keine andere Agrarförderung!

Wir alle brauchen Preise mit denen wir unsere Kosten decken können, Ersatz und Neuinvestitionen stemmen können und vor allem das wir alle Gewinne machen um unsere Familien einen ordentlichen Lohn zahlen zu können! In welchem Berufstand arbeiten Altenteiler und Schulkinder mit? Ich habe den ganzen Text oben nicht gelesen aber wenn ich schon die Überschrift lese, geht mir der Hut hoch!! Wau was für eine Regierung die nur einen Ausweg in mehr Wertschöpfung sieht! Gestern abend kam ein Bericht über die Deutsche Bundesbank, es ist höchste Geheimsache wieviel Milliarden, in das Bankensystem gebuttert wurde in der Finanzkrise 2008!! Aber wenn die Landwirtschaft wie dieses Jahr für stark betroffene Betriebe Geld anfordert werden wir tagelang durch die Medien geschmiert!! Armes Deutschland, ein Hoch auf unsere Politiker

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