Kritik

LsV Original fordert Stopp des Green Deals

LsV sieht im Green Deal der EU die große Gefahr, dass die Landwirtschaft absichtlich geschwächt wird, um Drittländern die Möglichkeit zu eröffnen, ihre Lebensmittel im hiesigen Markt zu platzieren.

Wie berichtet haben vergangene Woche zehn grüne Minister EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen aufgefordert, den geplanten “Green Deal” möglichst schnell umzusetzen. Verärgert darüber reagiert die Basisbewegung “Land schafft Verbindung Original” (LsV). Sie spricht von einem unseriösen Versuch, ein solches massiv gesellschafts-, wirtschaftswirksames und umweltschädigendes Unterfangen weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit durchpeitschen zu wollen.

Maike Schulz Broers, Initiatorin von LsV, erklärt: “Hier wollen ein paar Politiker ihre ideologischen Traumvorstellungen von Landwirtschaft und “Natur” brachial umgesetzt sehen. Dabei ignorieren sie naturwissenschaftliche und wirtschaftliche Forschungsergebnisse sowie die tatsächlichen Bedürfnisse von Pflanzen und Tieren. Deren Vorstellungen von Natur, Pflanzen- und Tierwohl basieren offensichtlich zum größten Teil auf den heimeligen Vorstellungen aus den Hochglanzbroschüren der selbsternannten Naturschutzverbände und den – oftmals radikalen - vorgeblichen “Tierschützern”. Mit der Realität in Landwirtschaft und Natur hat das kaum Gmeinsamkeiten außer der Farbe “grün”.

LsV sieht die große Gefahr, dass mit dem sogenannten Green Deal die europäische Landwirtschaft absichtlich geschwächt wird um Drittländern die Möglichkeit zu eröffnen, ihre "grösstenteils auf menschen- und umweltverachtende Weise produzierten Lebensmittel im hiesigen Markt zu platzieren", wie LsV in seiner Pressemitteilung formuliert.

Die EU und Deutschland würden nicht mehr in der Lage sein, Lebensmittel regional in ausreichenden Mengen und in guter Qualität zu produzieren, sollten die "Utopien der grünen Minister" und der EU-Ratspräsidentin Ursula von der Leyen tatsächlich umgesetzt werden, so Schulz Broers weiter. Dänemark ist ihrer Meinung nach ein gutes Beispiel: Dort hätte die Politik dem Anraten von fachfremden Naturschützern gefolgt und die Pflanzen weit unter ihrem Nährstoffbedarf versorgt. Ergebnis sind laut Schulz Broers verkümmerte Pflanzen, die kaum Ernten erbrachten, Bodenauslaugung und kein Getreide mehr, das zum Brotbacken verwendet werden konnte, weil die erzeugte Ware schlicht die notwendigen Backeigenschaften nicht erfüllen konnte.

"Immer mehr fachfremde Auflagen, Verbote und Einschränkungen werden dazu führen, dass Landwirtschaft in Europa nur noch als Alibi herhalten und die Versorgungssicherheit unserer Gesellschaft nicht mehr gewährleisten kann", so LsV Original weiter.

Gerade die Corona Pandemie zeige derzeit erschreckend deutlich, wie fragil die Versorgungslage der Bevölkerung sei, wenn man sich gefährlich in die Abhängigkeit von weit entfernt und unkontrolliert produzierten und dazu gentechnisch veränderten Lebensmitteln begebe. "Wir selbst sind in der Lage, die meisten Grundnahrungsmittel, von Fleisch über Getreide bis zu Obst und Gemüse weitgehend selbst zu erzeugen. Die sich wandelnden klimatischen Bedingungen und deren Herausforderungen bedeutet für viele Länder eine neue Ausrichtung im Anbau von Feldfrüchten. Ständige Forschungen zum Schutz vor Schädlingen oder Krankheiten bei Nutzpflanzen bieten hier neue Möglichkeiten", schreibt die LsV-Sprecherin.

Maike Schulz Broers fordert abschließend: “Wir brauchen keine Handelsabkommen mit Staaten, die für die Erzeugung von Lebensmitteln wertvolle Natur zerstören, Tiere unter Bedingungen gehalten werden, die bei vergleichbarer Haltung in Europa verboten würde, Pflanzenschutzmittel sowie Gentechnik einsetzen, die bei uns verboten sind. Die landwirtschaftliche Lebensmittelproduktion in der EU und in Deutschland muss aus eigener Kraft, unabhängig vom Weltmarkt die Versorgung der eigenen Bevölkerung weitestgehend sicherstellen können."

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Elf Landesminister fordern in einem Brief an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen faktisch eine Wende in der Agrar- und Umweltpolitik. Das habe die Corona-Krise jetzt belegt.


Diskussionen zum Artikel

von Christian Bothe

LsV Broers

Stimmt ja soweit, was die Dame zum Green Deal sagt. Was mich viel mehr irritiert, ist das Auftreten von Broers als Original LsV. So ein Schwachsinn und ich dachte man hat es im LsV mit vernunftbegabten Menschen zu tun, die sich noch irgendwie im Sinne der Bauernschaft einigen können.Die ... mehr anzeigen

von Otto Müller

Green Deel zwischen Grünen und DBV vor 20 Jahren:

Mais wird Nachwachsender Rohstoff genannt, Mißbrauch des Namens Bio wird unter Strafe gestellt wobei "Bio"gas "vergessen" wird, die bestens funktionierende DÜVO wird kaputt gemacht, indem die 170kg N Regel der EU hier nicht gelten muss. Das ganze mit Milliarden Subventionen Euro ... mehr anzeigen

von Gerd Uken

Was sind denn die Kernpunkte desxGreen Deal

Die die Landwirtschaft betrifft? Kein PS mehr in Gebieten mit Schutzstatus.....CO2 Reduzierung( wird nicht ohne Landwirtschaft gehen) Nitratreduzierung im Grundwasser Umgesetzt mit der neuen DüVo. Aber was steht da noch alles im Papier?

von Bernhard ter Veen

alles richtig...

ABER ... Wer soll genau DAS bis vor die Türen der EU tragen und dann dort auch noch gehör finden ??? Der DBV kriegt es nicht gebacken mit all seinen Verbandelungen und deren Ehrenamts-Inhabern... und die ANDEREN sprechen NICHT mit einer Stimme. Also stellt euch darauf ein zukünftig nur ... mehr anzeigen

von Harald Finzel

Deswegen ist IMHO das Sinnvollste, wenn die Bauern dem DBV auf die Füße treten. Und das klappt nicht, indem man dem DBV Konkurrenz macht, sondern indem man die Oberen daran erinnert, wen sie eigentlich vertreten sollten. Nämlich die gesamte Vielfalt vom Kleinbetrieb bis zur ... mehr anzeigen

von Harald Finzel

Will Frau Schulze-Broers die Bauernverbände ersetzen?

Ich bezweifle, dass LSVO Fachleute hat, die die laufenden "Green Deal"-Verhandlungen ausreichend beurteilen können. Das sollte man dann doch den Bauernverbänden überlassen, die (hoffentlich!) hinter den Kulissen für die Bauern mitverhandeln. Wenn jeder Bauer und jede Bäuerin ... mehr anzeigen

von Andreas Gerner

Das Problem ist, dass die Bauernverbände nur dem Namen nach für die Bauern verhandeln,

vorrangig aber für die Vor-und Nachgelagerte Industrie.

von Rudolf Rößle

Verbrecher

wer liefert denn die hochgiftigen PSM in die armen Länder? Dort könnte doch durch eine europäische oder weltweite Petition diesem Unfug ein Ende gesetzt werden. Überdüngung ist dort oft nicht das Problem, weil das Geld fehlt. Die Berufsausbildung ist bescheiden oder gibt es gar ... mehr anzeigen

von Hans Spießl

Berufsausbildung

ist auch bei uns mittlerweile sehr bescheiden wenn ich mir da die Mist und Mangelwirtschaft gerade auf den Bio Höfen so anschaue, aber die Politik gleicht da ja aus, es ist nicht wie in der übrigen Wirtschaft da muß was geliefert werden

von Heinrich-Bernhard Muenzebrock

Genau so ist es

Kompliment an Maike Schulz Broers - sie hat den Nagel auf den Kopf getroffen. Alle von ihr aufgezeigten Aspekte sind korrekt dargestellt und spiegeln die Wirklichkeit und die Absichten der Politik wieder. Ich habe schon einige Male die Auswirkungen eines Green Deals der EU beschrieben und ... mehr anzeigen

von Hans Spießl

Dann Abstand von den Bio Leuten

Der Ansatz von LsV ist falsch. entweder man vertritt die Bauern die was Liefern und das Volk ernähren oder die Bauern die das Volk zu ernähren hat. Landwirtschaft für Alle, so sollte es aufgebaut werden. Die so ... mehr anzeigen

von Diedrich Stroman

LsV!

Sie hat eine Antwort geliefert und berechtigte Kritik geübt! Alles was vorher politisch gelaufen und zu verantworten war und ist, da sollte man nun wirklich mal den DBV schütteln und in die Verantwortung nehmen, zementiert wurde doch alles durch die Herrenriege des DBV!!!

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