Mehr als 1.000 Wölfe in Deutschland für Ende 2018 erwartet

Bundesweit könnten nach Angaben des Deutschen Jagdverbands (DJV) Ende dieses Jahres bereits mehr als 1.000 Wölfe unterwegs sein. Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) legt allerdings erst im Herbst neue Zahlen vor. Die Unsicherheiten bei der Erfassung der Tiere sind groß.

Bundesweit könnten nach Angaben des Deutschen Jagdverbands (DJV) Ende dieses Jahres bereits mehr als 1.000 Wölfe unterwegs sein. Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) legt allerdings erst im Herbst neue Zahlen vor. Die Unsicherheiten bei der Erfassung der Tiere sind groß.

«Wir gehen von 800 Wölfen für das vergangene Frühjahr aus. Bei einem Zuwachs von 30 Prozent wäre die Zahl 1.000 zum Jahresende überschritten», erklärte DJV-Sprecher Torsten Reinwald der Deutschen Presseagentur (dpa). Zuerst hatte die «Rheinische Post» (Freitag) über Schätzungen des DJV berichtet. Insgesamt gilt es unter Experten als schwierig, die absolute Zahl der Wölfe in Deutschland zu schätzen. Der DJV hatte im April die Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht gefordert. Eine generelle Jagd wolle man aber nicht, betonte der Verband.

Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) legt erst im Herbst neue Zahlen vor. Die im vergangenen November veröffentlichte Erhebung des BfN und der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Wolf (DBBW) ging von 60 bestätigten Wolfsrudeln sowie 13 Paaren und drei sesshaften Einzeltieren aus. Wegen der Unsicherheiten bei der Erfassung von nicht territorialen Einzeltieren und den jahreszeitlichen Schwankungen bei der Größe einzelner Rudel werden keine Gesamtzahlen mitsamt den Welpen des jeweiligen Jahres veröffentlicht, erklärte eine Sprecherin.

«Allein in Niedersachsen schätzen wir den Bestand ohne die Welpen von diesem Jahr auf etwa 160 Tiere», sagte Raoul Reding, Wolfsbeauftragter der dort für die Beobachtung der Tiere zuständigen Landesjägerschaft. «Die ersten Welpennachweise kommen erst so ab Mitte Juni.» Bei bundesweit 60 Rudeln und durchschnittlich sieben Mitgliedern pro Rudel dürften es zusammen mit den Einzeltieren zu Jahresbeginn in Deutschland um die 500 Wölfe gewesen sein, so Reding. «Schätzungen sind schwierig, man kann nur Hochrechnungen machen», betonte er.

Als Problem für die Landwirte hat der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV) Joachim Rukwied in der Bild am Sonntag die wachsende Zahl von Wölfen in Deutschland bezeichnet: "Wir gehen davon aus, dass über 1000 Wölfe in Deutschland leben. Es gibt zunehmend Wolfsrisse mit erheblichen Schäden", sagte er. Der Bauernverband fordere deshalb nicht nur ein Wolfsmanagement, was den Abschuss von Problemwölfen ermöglichen soll. "Wir brauchen außerdem dringend wolfsfreie Zonen in Deutschland, damit auch künftig Weidetiere gehalten werden können“, sagte Rukwied.

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Artikel geschrieben von

Stefanie Awater-Esper

Korrespondentin Berlin

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Diskussionen zum Artikel

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von Karlheinz Gruber

Ich glaube diesen Traum hatte ich schon mal,

nur war darin der Biber vorgekommen. Da wurde mir gesagt, es gibt fast keine Biber die Schäden anrichten. Es gibt nur ganz wenige bei uns in Bayern. Und plötzlich sind es so viele gewesen, das sie abgefangen wurden. An was erinnert mich das ganze? Ach ja, beim Wolf haben wir auch erst 1000 Stück. Meine Meinung: Das sind 1001 zu viel. Oder wollen wir, dass die Dinos dann auch mal wieder kommen wie beim Jurasic Park. Sind auch ausgestorben und hatten früher viel Nutzen in der Natur. Wo fangen wir an und wo hören wir auf. Ich glaube, daß muß mal geklärt werden.

von Gerd Ulken

1000 Wölfe ?

Die Zahlen werden doch nach unten manipuliert, aber wie ! Es gibt doch jetzt schon weit mehr wie 1000 Wölfe.

von Martin Schmidt

Nur ein toter Wolf, ist ein guter Wolf!

Als Viehzüchter müssen wir kompromisslos sein!

von Gerd Uken

Das sehe ich anders

Wenn der ins Jagdrecht kommt bin ich als Pächter auch für den angerichteten Schaden verantwortlich- und welchen Nitzen hat der Wolf? Keine natürlichen Feinde?! Oder seh ich das falsch?

von Heinrich Roettger

Der Wolf gehört ins Jagdrecht

Die Jägerschaft wird kurzfristig zur Regulierung und zum Abschuss von Problemwölfen benötigt.Denn wer sonst darf auf unseren Flächen in die Wildbestände eingreifen?Wir alle wollen doch keine Polizeikommandos in unseren Dörfern und Flächen sehen , die auf staatliche Anordnung Problemwölfe schiessen.Das gehört in die Hand der örtlich eingebundenen Natur Profis mit grünem Abitur!

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