Freihandelsabkommen

Mercosur: Österreichische Bauern warnen EU-Kommissare

Mit dem Mercosur-Vertrag droht die EU-Kommission die klein strukturierte Landwirtschaft in Österreich südamerikanischen Rinder- und Zuckerbaronen zu opfern, warnen Bauernvertreter.

Bauernvertreter aus Österreich warnen in einem offenen Brief an EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström und EU-Agrarkommissar Phil Hogan vor den negativen Folgen eines Abkommens mit den Mercosur-Staaten Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay, das laut Medienberichten kurz vor dem Abschluss steht.

Wie aiz.info meldet, appellieren Landwirtschaftskammer-Präsident Josef Moosbrugger, COPA-Präsident Franz Reisecker sowie Bauernbund-Präsident Georg Strasser in dem Brief, die klein strukturierte heimische Landwirtschaft nicht südamerikanischen Rinder- und Zuckerbaronen zu opfern. "Einen Mercosur-Abschluss zulasten der heimischen Land- und Forstwirtschaft, der Umwelt sowie des Klimaschutzes lehnen wir als Vertreter der Bauern daher strikt ab. Es ist der Bevölkerung wohl auch kaum zu erklären, wenn in den nächsten Jahren massenhaft Fleisch, Zucker oder Ethanol von Südamerika nach Europa transportiert werden und gleichzeitig Tausende bäuerliche Familienbetriebe in Österreich ihre Höfe zusperren müssen. Dazu kommen noch die enormen negativen Auswirkungen auf die Umwelt und das Klima durch die langen Transportwege, meist großflächigen Anbau von Monokulturen bis hin zur Zerstörung von Regenwald in Südamerika", warnen die heimischen Agrarpolitiker.

Die bäuerlichen Interessenvertreter haben nach eigenen Angaben gegenüber der EU-Kommission wiederholt die Vorlage des Angebotes und in weiterer Folge eine Nachbesserung abgelehnt. Es sei nun zu befürchten, dass die Mercosur-Staaten weitere Zugeständnisse fordern werden, kritisieren die Landwirtschaftskammer Österreich, der europäische Dachverband der Landwirte (COPA) sowie der Österreichische Bauernbund.

Laut einer Studie exportierte Österreich 2016 im Agrarsektor rund 40 Mio. Euro in die Mercosur-Staaten, Tendenz sinkend. 95% davon waren Erzeugnisse der Lebensmittelindustrie wie Energy-Drinks, Limonaden und Eistees. Demgegenüber stehen Agrarimporte aus Mercosur von rund 160 Mio. Euro.

Die Redaktion empfiehlt

Kanzlerin Merkel und sechs weitere EU-Regierungschefs fordern eine schnelle Einigung beim Freihandelsabkommen mit Südamerika. U.a. Frankreich warnt vor Zugeständnissen zu Lasten der Landwirtschaft.

Mercosur steht vor dem Abschluss. Es könnten nun Produkte aus drastisch niedrigeren Anforderungen, z.B. bei Pflanzenschutzmitteln oder in der Tierhaltung, auf den EU-Markt drängen.

Soviel Stickstoff und Phosphor gelangt aus Kläranlagen in Oberflächengewässer

Meldung verpasst? Wir verhindern, dass Sie nicht mitreden können. Tragen Sie sich jetzt für unseren Newsletter ein und wir benachrichtigen Sie über alle wichtigen Ereignisse rund um die Landwirtschaft.

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

Schreiben Sie Alfons Deter eine Nachricht


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

von Willy Toft

Verständlich, die ersten Auswirkungen merken wir bereits!

In der Landwirtschaft ist man langfristig und Nachhaltig aufgestellt, das steht durch solche Schnellschüsse zur Disposition! Nach dem Motto, wir retten die Welt, und opfern dafür die Europäische Landwirtschaft!

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich anmelden um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen