Mit dem Tierrechtler zum Schweinehochhaus

Die RTL-Reportage „Das Jenke Experiment“ hat sich am Montagabend mit der Fleischerzeugung und der „Massentierhaltung“ in Deutschland beschäftigt. Dazu griffen die Autoren auch auf die Unterstützung von Jan Peifer, Tierfilmer und Gründer vom Deutschen Tierschutzbüro, zurück.

Die RTL-Reportage „Das Jenke Experiment“ hat sich am Montagabend mit der Fleischerzeugung und der „Massentierhaltung“ in Deutschland beschäftigt. Dazu griffen die Autoren auch auf die Unterstützung von Jan Peifer, Tierfilmer und Gründer vom Deutschen Tierschutzbüro, zurück. Laut RTL hat Peifer schon in hunderten Ställen gefilmt. Rund 400 Anzeigen habe er dafür erhalten, verurteilt worden sei er aber nie, heißt es.
 
In der RTL-Sendung fährt Peifer zusammen mit Reporter Jenke von Wilmsdorff zu verschiedenen großen Betrieben in Ostdeutschland. An der Einfahrt zu einem Geflügelbetrieb kommentiert er beispielsweise die Vorbeifahrt eines Kadaver-LKWs, dass hier "jeden Tag Tausende von Tieren sterben, weil sie die Mast nicht überleben".
 
Anschließend geht es zu Europas einzigem Schweine-Hochhaus in Maasdorf bei Halle (Sachsen-Anhalt). Laut dem Deutschen Tierschutzbüro werden in dem ehemaligen Prestigeobjekt der DDR bis heute Schweine „unter industriellen Bedingungen“ auf sechs Etagen gehalten. Wörtlich heißt es auf der Homepage der Aktivisten: „Das Deutsche Tierschutzbüro hat jetzt Anzeige gegen den Betreiber des Schweinehochhauses erstattet. Auf Video- und Fotoaufnahmen, die der Verein gefertigt hat, ist zu sehen, wie die gezüchteten Ferkel mit Schlägen und Tritten in einen Tiertransporter getrieben werden. Ein klarer Verstoß gegen das Tierschutzgesetz.“
 
Dazu RTL auf seiner Seite: „Jan war bereits einmal im Inneren des Schweine-Hochhauses und hat seinen Besuch mit der Kamera dokumentiert. Dieser Betrieb soll laut Jans Recherchen angeblich sogar mit Steuergeldern subventioniert werden. Die Bilder, die der Tieraktivist aufgenommen hat, sind bedrückend: Ferkel, die einfach in einer Mülltone entsorgt wurden. Schweine, die kaum Platz haben, um sich zu bewegen. Jenke will sich selbst ein Bild machen und lässt sich von Jan das Schweine-Hochhaus zeigen.“
 
Das RTL-Team möchte im Rahmen der Sendung „Das Jenke Experiment“ nun Zutritt zu dem Stall. Dieser wird den Kritikern aber aus Hygienegründen verweigert. Eine Angestellte bringt Peifer ihren Unmut über die Anzeige zum Ausdruck und erklärt den Besuchern, dass das Veterinäramt bescheid wisse und man nichts zu verbergen habe. Es handele sich hier um einen Vorzeigebetrieb.
 
Als die RTL-Kameraleute zu aufdringlich werden, ruft die Landwirtin die Polizei. Daraufhin wird zwar die große Kamera abgeschaltet, Peifer filmt jedoch mit einer kleinen, unauffälligen Handkamera weiter. Als die Tierhalterin das entdeckt, eskaliert die Situation, was RTL als mangelhafte Öffentlichkeitsarbeit darstellt und sich im Urteil gegenüber skrupellosen Massentierhaltern bestätigt fühlt.

Den Videoteil mit dem Hochhaus sehen Sie hier bei RTL,
die gesamte Reportage gibts hier, allerdings unterbrochen durch einige Werbeeinblendungen.

top agrar meint: Schade, dass ein Sender erneut eine Reportage dreht, um ein bestimmtes Vorurteil zu beweisen: In diesem Fall die so genannte Massentierhaltung. Als Unterstützung von der "Guten Seite" füllt ein Tierrechtler wertvolle Sendeminuten mit seinen Ansichten und Aktionen. Mit seinem Verhalten geht er ganz offen um. Das kommt beim Zuschauer an, da liefert jemand Beweise für die vielen Vermutungen. Fachliches bleibt dagegen mal wieder auf der Strecke, die Tierhalter werden nicht befragt. Nur am Anfang der Sendung, da darf ein Demeter-Bauer auf der "Wir haben es satt"-Demo sagen, dass er wegen der ganzen Missstände Vegetarier geworden ist.


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