Moskau will ungenutztes Ackerland enteignen

Brachliegende Flächen sind der russischen Regierung ein Dorn im Auge, weshalb nun drastische Maßnahmen gegen die Zweckentfremdung vorbereitet werden. Russlands Ministerpräsident Dmitrij Medwedew gab bekannt, dass die Übertragung von nicht genutzten Landflächen an aktive Bauern in Erwägung gezogen werde.

Brachliegende landwirtschaftliche Flächen sind der russischen Regierung ein Dorn im Auge, weshalb nun drastische Maßnahmen gegen die Zweckentfremdung vorbereitet werden. Russlands Ministerpräsident Dmitrij Medwedew gab kürzlich während einer Reise in die Region Krasnodar bekannt, dass die Übertragung von nicht genutzten Landflächen an aktive Bauern in Erwägung gezogen werde.

Die Regierung analysiere gegenwärtig gründlich die Situation und werde alle notwendigen Maßnahmen zur Umsetzung der Änderung des Gesetzes über die Entnahme von landwirtschaftlichen Flächen von fahrlässigen Eigentümern ergreifen.

Am 4. Juli 2016 hatte Präsident Vladimir Putin die föderalen Gesetze über die „Änderungen des Bodengesetzbuches der Russischen Föderation“ und über den „Umgang mit Ackerland" unterzeichnet. Die rechtlichen Regelungen sehen vor, den Zeitraum von der Feststellung einer unsachgemäßen „Nichtnutzung“ von Ackerflächen, die zu einer deutlichen Reduzierung der Bodenfruchtbarkeit oder zu Umweltschäden führt, bis zu einer Enteignung des Grundstückeigentümers von fünf auf drei Jahre zu verkürzen. Darüber hinaus wird festgelegt, dass der neue Flächeneigner den Beginn der Landbewirtschaftung innerhalb eines Jahres gewährleisten soll.

Nach Angaben von Putin werden momentan rund 12 Mio ha potentiell landwirtschaftlich nutzbare Flächen in Russland nicht bewirtschaftet beziehungsweise zweckentfremdet. Der Experte der Russischen Akademie der Wissenschaften Oleg Owtschinnikow bezifferte in diesem Frühjahr die brachliegende Fläche, die potentiell beackert werden könnte, sogar auf 30 Mio ha bis 50 Mio ha. Das Ziel der reformierten Bodengesetzgebung ist laut russischer Regierung eine höhere Effektivität der Agrarproduktion, wobei erste Erfolge der stellvertretenden Landwirtschaftsministerin Viktoria Abramtschenko zufolge erst ab 2017 sichtbar sein werden.

DBV: "Umweltministerin nicht zum Dialog mit den Bauern bereit"

Meldung verpasst? Wir verhindern, dass Sie nicht mitreden können. Tragen Sie sich jetzt für unseren Newsletter ein und wir benachrichtigen Sie über alle wichtigen Ereignisse rund um die Landwirtschaft.

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

Schreiben Sie Alfons Deter eine Nachricht


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich einloggen um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen